Straßenfußball-WM endet mit Sieg von Kenia | 2006-07-08
Berlin - Erster Weltmeister im Straßenfußball ist Kenia. Das Team setzte sich gegen Südafrika mit 4:3 nach Elfmeterschießen durch, teilte eine Sprecherin der Veranstalter mit. Bei der WM-Premiere der Straßenkicker waren 22 Teams aus sozialen Projekten gegeneinander angetreten.
Die Mannschaft aus Kenia steht für das erfolgreichste Fußballprojekt Afrikas, bei dem besonders der Einsatz für die Umwelt zählt. 17 000 Kenianer aus 16 Slums nehmen an den Programmen teil. Sie engagieren sich beim Müllsammeln, Straßenfegen und Bauen von Abwasserkanälen. 2003 und 2004 war das Projekt für den Friedensnobelpreis nominiert.
Aus Sicht der Organisatoren war das Turnier ein großer Erfolg. Es herrschte klasse Stimmung, das Stadion war voll, sagte die Sprecherin. Der Siegerpokal Copa Andrés Escobar ist nach dem kolumbianischen Nationalspieler benannt, der nach einem Eigentor bei der WM 1994 ermordet worden war.
Das Turnier war eine Woche zuvor als Teil des offiziellen Kunst- und Kulturprogramms der WM von FIFA-Präsident Joseph Blatter und Außenminister Frank-Walter Steinmeier eröffnet worden. Gespielt wurde auf dem 15 Mal 25 Meter großen Kunstrasenfeld eines eigens errichteten Stadions aus Gerüststangen auf dem Mariannenplatz.
Die Mannschaften haben sich den Kampf gegen Gewalt, Drogen und Rassismus auf die Fahnen geschrieben. Angetreten war unter anderem auch eine gemeinsame Mannschaft mit Spielern aus Israel und Palästina. Für politischen Wirbel hatte im Vorfeld gesorgt, dass die deutschen Behörden Teams aus Ghana und Nigeria keine Visa für die Einreise erteilt hatten.