Stuttgart - Oliver Kahn hat seinen Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. Der Torwart vom FC Bayern München verkündete nach dem Spiel um den dritten Platz bei der WM in Stuttgart gegen Portugal (3:1) künftig nicht mehr für das DFB-Team spielen zu wollen.
Das war mein letztes Länderspiel. Irgendwann ist es vorbei. Das ist der richtige Zeitpunkt. Ein besseres letztes Länderspiel kann man nicht haben, sagte Kahn, der nochmals als Kapitän auflaufen durfte. Der 37-Jährige hatte gegen die Portugiesen sein 86. Länderspiel bestritten. Vor der WM war Kahn von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zur Nummer zwei hinter Jens Lehmann zurückgestuft worden. Es ist fantastisch, wir er sich in den letzten sieben Wochen verhalten. Es ist unglaublich und auch heute hat er nochmals fantastisch gehalten, sagte Klinsmann nach dem letzten Auftritt Kahns. Es ist allein seine Entscheidung, kommentierte der Bundestrainer den Entschluss.
Sein erstes Länderspiel hatte Kahn am 23. Juni 1995 in Bern gegen die Schweiz (2:1) bestritten. Trotz vieler Erfolge wie dem Champions-League-Sieg und dem Weltpokalsieg im Jahr 2001 sowie dem UEFA-Pokalsieg 1996 mit dem FC Bayern ordnete Kahn den dritten Platz bei der WM als den vielleicht größten emotionalen Moment seiner Karriere ein. 2002 war er mit dem DFB-Team in Japan und Südkorea Vizeweltmeister geworden und wurde damals zum besten Spieler des Turniers gekürt.
Obwohl er von Klinsmann kurz vor der Heim-WM degradiert worden war, trug er wesentlich zum gelungenen Auftritt der deutschen Mannschaft bei. Es war fantastisch, wie Oliver Kahn seine Rolle ausgefüllt hat und vor allem die jungen Spieler geführt hat, erklärte Bundestrainer Klinsmann. Besondere Bewunderung bekam der eigentlich als Einzelkämpfer bekannte Kahn durch seine Geste vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien, als er seinen Konkurrenten Lehmann vor dem Shoot-Out mit einer Umarmung motiviert hatte.
Es ist unglaublich, was der Fußball bewirken kann. Da fehlen einem die Worte. Das wird man nie wieder vergessen, sagte der Münchner nach seinem letzten Auftritt im DFB-Dress. Im Stuttgarter Stadion hatte er wie seine Kollegen von Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bronzemedaille für den dritten Turnierplatz erhalten. In seinem letzten Spiel hatte er zuvor noch einmal mit einigen imponierenden Paraden auch sportlich überzeugt. Das ist schon überwältigend, sagte er zum Abschied.
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