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Investitionen zahlen sich für FC Bayern aus | 2007-08-19


Bremen - Und Geld schießt doch Tore. Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hätte, lieferte den das mit 70 Millionen Euro aufgerüstete Team des deutschen Rekordmeisters Bayern München an der Weser.

Es ist schon toll, was die Mannschaft macht. Diese Spielfreude macht Spaß, befand Franz Beckenbauer nach dem souverän heraus gespielten 4:0 (1:0) bei Werder Bremen, einem der vermeintlichen Mitbewerber um den Meistertitel, gut gelaunt. Getrübt wurde die Freude nur durch ein böses Foul von Naldo an seinem ehemaligen Teamkollegen Miroslav Klose, der mit gellenden Pfiffen empfangen wurde und den Rasen schon nach 45 Minuten humpelnd verließ.

Wie die Bayern ihre erste große Herausforderung - wenn auch gegen einen arg geschwächten Kontrahenten - meisterten, lässt für die Konkurrenz nichts Gutes erahnen. Franck Ribéry (31./Foulelfmeter), Luca Toni (51.), Hamit Altintop (79.) und Andreas Ottl (87.) brachten die Werder-Anhänger unter den 42 100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion jedenfalls zum Verstummen.

Die Hauptsache war, dass wir in der Defensive gut gestanden haben. In der zweiten Halbzeit haben wir die Bremer nicht mehr ins Spiel kommen lassen, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld gewohnt zurückhaltend. Euphorie im Umfeld ist gut, aber wir bleiben auf dem Boden. Oliver Kahn jedoch - ansonsten kritischer Lautsprecher - war voll des Lobes. Ich habe immer gesagt, wenn wir in Bremen gewinnen, ist es das erste richtige Achtungszeichen. Wir sind gut aufgestellt, resümierte der Routinier, der weitere Meriten in seiner sich dem Ende zuneigenden Karriere erwarten darf.

Die Hoffnung nähren die Millionen-Investitionen, die einschlagen wie selten zuvor. Toni, Klose und Ribéry haben bisher fünf der sieben Münchner Saisontore erzielt. Das Trio zeichnet das Bild der runderneuerten Bayern nicht nur deshalb nachhaltig. Auch mit ihrer Präsenz auf dem Platz vermitteln die drei die Aufbruchstimmung beim deutschen Rekordmeisters, auch wenn Klose das an seiner alten Wirkungsstätte verletzungsbedingt nicht belegen konnte.

Dafür sprang Ribéry in die Bresche. Der Franzose wirbelte in der zweiten Halbzeit, als er die zentrale Mittelfeldrolle übernahm, dass es eine Freude war und leitete mit einem spektakulären Trick das dritte Tor ein. Ich fühle mich sehr wohl in München. Hier kann ich sein, wie ich bin, berichtete der 24-Jährige, der schon nach wenigen Wochen unumstrittener Leitwolf an der Isar ist. Er ist ein Glücksfall und passt auch menschlich hervorragend in die Mannschaft. Wie er sich zerreißt, das spricht für ihn, sagte Hitzfeld. Kahn pflichtet ihm bei: Franck Ribéry zuzuschauen, ist ein Genuss.

Das hatte bestimmt auch Klaus Allofs erkannt, obwohl es der Werder-Geschäftsführer angesichts der höchsten Heimniederlage des vergangenen Jahrzehnts nur ungern eingestehen wollte. Ribéry hat in Frankreich auch nicht die ganze Saison auf diesem Niveau gespielt, meinte der 50-Jährige. Solche Leitfiguren fehlen seinem Rumpfteam nach der Verletzungsmisere der vergangenen Wochen und Monate derzeit.

So war Trainer Thomas Schaaf froh, von seinem letzten Aufgebot wenigstens Ansätze zur Besserung gesehen zu haben. Wir können im Moment nicht mehr, als wir in der ersten Halbzeit angeboten haben, gestand er ein. Das war aber zu wenig, um den Sturz auf einen Abstiegsplatz zu verhindern. Und ist vielleicht gerade genug, um im Hinblick auf die kommenden Aufgaben mit dem Rückspiel in der Champions League-Qualifikation am 29. August bei Dinamo Zagreb Hoffnung schöpfen zu können.


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