Lissabon - Enttäuscht waren die Portugiesen schon. Aber trotz der bitteren 1:3-Niederlage im Spiel um Platz drei gegen Deutschland fühlten sie sich auch ein bisschen als Sieger bei dieser WM. Adieu Meister! titelte das Blatt Record über einem Foto von Luis Figo.
Es war ein würdiges Ergebnis, meinte auch die Zeitung Público. Schließlich war es das beste Resultat nach 1966, als die Seleçao mit dem großen Eusébio WM-Dritter wurde.
Deshalb ließen es sich viele Portugiesen nicht nehmen, nach der Partie den vierten Platz dennoch mit Hupkonzerten auf den Straßen zu feiern. Die meisten blieben natürlich zu Hause, um die Niederlage zu verdauen, sagte ein Fernsehkommentator. Fast noch wichtiger ist aber für viele, dass Figo, Deco, Cristiano Ronaldo, Ricardo und Co. in Portugal eine Euphorie ausgelöst haben, wie sie zuletzt 1974 nach der Nelkenrevolution und dem Fall der Diktatur zu spüren war. Danke und auf immer!, titelte deshalb das Sportblatt O Jogo. Und auch Público schrieb: Die Nationalelf hat das ganzes Land erobert.
Staatspräsident Aníbal Cavaco Silva, eigentlich die Zurückhaltung in Person, bedankte sich in Stuttgart sogar persönlich bei den Spielern. Die Nationalmannschaft ist ein Sieger. All diese positive Energie muss auch in anderen Bereichen mobilisiert werden, für unser Land ist das sehr wichtig, sagte er. Mit einer besonderen Geste rührte er dann Trainer Luiz Felipe Scolari zu Tränen: Er übergab dem Brasilianer eine Portugal-Fahne und dankte ihm für seine Arbeit.
Einige Stunden vor dem Spiel hatte Scolari von Cavaco Silva bereits den Verdienstorden des Landes erhalten. Das Staatsoberhaupt dankte dem Trainer dafür, dass er mit seiner Mannschaft ein exzellentes Bild Portugals in der Welt abgegeben habe.
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