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WM als Festival der Perfektion - Blatter: Danke | 2006-07-09


Berlin - Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft war für das deutsche Organisationskomitees (OK) ein Festival der Perfektion. Von Anfang an gab es keinen Störfaktor, alles hat zusammengepasst, sagte Franz Beckenbauer zufrieden nach 31 WM-Tagen.

Der OK-Präsident gab sogar zu: Davon hätte man nicht mal zu träumen gewagt. Rund 3,3 Millionen Zuschauer sorgten bei den 64 Spielen in zwölf Städten für ausverkaufte Stadien und den zweithöchsten Zuschauerschnitt (rund 52 000) in der WM-Geschichte. Nur 1994 waren mehr WM-Besucher (68 991) gezählt worden.

Dabei gehörten gerade das Ticket-Verkaufsystem mit den personalisierten Karten und die Furcht vor leeren Plätzen auf den Rängen zu den größten Kritikpunkten an den WM-Machern. Es gab keine Staus an den Einlasskontrollen und keine no Shows auf den Tribünen. Damit haben wir die richtige Antwort gegeben, sagte Horst R. Schmidt, der erste Vizepräsident des OK.

Zufrieden konnten er und seine Kollegen sein, dass durch den Ticket-Boom die WM auch ökonomisch zu einer Erfolgsstory geworden ist. Wir werden unsere kalkulierten Einnahmen von 430 Millionen Euro um etwa 20 Millionen übertreffen, erklärte OK-Vizepräsident Theo Zwanziger und lobte angesichts der dazu gehörenden Ausgabendisziplin den für das Administrative verantwortlichen Horst R. Schmidt: Er hat schon 2001 mit diesen Zahlen jongliert. Und in der Tat sind wir im Rahmen geblieben. Mit dem WM-Überschuss sollen gemeinnützige Projekte im Fußball unterstützt und vorangetrieben werden.

Die WM hat den Staat im übrigen nichts gekostet, sondern hat ihm etwas eingebracht, sagte Zwanziger. So zahlt das OK allein rund 40 Millionen an Mehrwert- und Umsatzsteuer für die WM. Für das ideelle Plus haben aber die 15 bis 20 Millionen Menschen auf den offiziellen Fan-Meilen sowie die Begeisterung im ganzen Land gesorgt. Ich wünsche mir, dass die WM nachhaltig im Land haften bleibt. Wir werden dafür alles tun, sagte Zwanziger, der zugleich Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist.

Erleichtert ist das OK, dass sich alle Schwarzmalereien und Befürchtungen, die vor der WM laut wurden, nicht bewahrheitet haben. Was wir gelernt haben? Dass man sich im letzten halben Jahr vor der WM nicht verrückt machen lassen soll, meinte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach. Stiftung Warentest, Zwangsprostitution, AWACS-Flüge, Bundeswehr-Einsatz: Wenn der Ball rollt, interessiert das nicht mehr.

Selbst Flitzer, die beim Confed Cup 2005 noch Sicherheitslücken aufdeckten und für Unmut sorgten, konnten nur zwei Mal bei Spielen durch das Netzwerk der Kontrollen schlüpfen. Auch das größte Problem der Organisatoren, der zu rutschige und zum Teil schadhafte WM-Rasen, konnte weder den Spielfluss noch das Gesamtbild entscheidend prägen.

Danke für die Organisation dieser wundervollen WM mit ihren Emotionen, der integrativen Kraft und der großartigen Bilder aus allen Städten, die um die Welt gingen, sagte Joseph Blatter, der Präsident des Weltverbandes FIFA, im Beisein von Südafrikas Staatspräsident Thabo Mbeki in Berlin. Die Messlatte liegt jetzt sehr hoch.

Die südafrikanischen WM-Ausrichter für die Endrunde 2010 konnten sich mit einer Vielzahl von Beobachtern vom perfekt ineinander greifenden Räderwerk der deutschen Organisation überzeugen. Wir stehen mit niemanden in Konkurrenz, auch mit den Deutschen nicht, sagte Mbeki. Wir dürfen und werden nicht versagen. Ich habe keinen Zweifel, dass wir 2010 eine erfolgreiche WM ausrichten werden.


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