Berlin - Der Meister bleibt im Startblock sitzen und spürt schon nach zwei Spieltagen die Last des Titels. Das darf nicht passieren, wetterte Trainer Armin Veh nach dem überraschenden 1:3 (1:0) des VfB bei Hertha BSC und verwies auf den Anspruch, eine Spitzenmannschaft zu sein.
Auch die Ausfälle von Osorio, Bastürk, Gomez, Cacau, Delpierre, Boka und Gledson ließ der Trainer des Jahres nicht als Abmilderung gelten: Natürlich ist es kein Vorteil, wenn sechs, sieben Mann nicht dabei sind. Aber es hätte ganz anders ausgehen können, wir haben das Spiel klar dominiert. Erstmals nach fünf Monaten (17. März 0:1 auf Schalke) muss der VfB in der Fußball-Bundesliga wieder mit dem Gefühl der Niederlage leben.
Nach dem schnellen 1:0 durch The Hammer Thomas Hitzlsperger, einer von vier Stuttgartern, die Bundestrainer Joachim Löw mit zum Klassiker nach England nimmt, entschied sich der Meister unverständlicherweise für Spiel-Verwaltung statt Spiel-Entscheidung. Wir waren uns zu sicher, sagte Veh. Und so wandelte ein falscher Elfmeterpfiff von Referee Thorsten Kinhöfer, der nach einem Faller von Herthas Neuzugang Lucio im Duell gegen den VfB-Mexikaner Pavel Pardo auf den Punkt zeigte, das Kräfteverhältnis vor 46 743 Fans im Olympiastadion total. Meine Mannschaft hat eine gute Reaktion und Charakter gezeigt, freute sich der neue Hertha-Coach Lucien Favre.
Der Elfmeter war sicher ein kleiner Schock, da die Spieler gesehen hatten, dass es keiner war, gestand Veh, der allerdings zuerst auf die Inkonsequenz in der eigenen Offensive verwies. Der erstmals in der Startelf stehende Ewerthon und der ebenfalls neu geholte Ciprian Marica ließen den direkten Zug zum Tor vermissen. Zu allem Überfluss zog sich Sami Khedira noch einen Außenbandanriss im rechten Knöchel zu und musste Löw für England absagen.
Hertha BSC dagegen, noch ohne die Schweizer Neuverpflichtungen Fabian Lustenberger und Steve von Bergen von Beginn an, witterte nach dem Elfer-Ausgleich durch Sofia Chahed (51.) Höhenluft. Die Treffer von Malik Fathi (65.) und Solomon Okoronkwo (80.) besiegelten dann die Fortsetzung der schwarzen VfB-Serie: Seit nun 16 Jahren, fünf Monaten und 16 Tagen haben die Schwaben bei Hertha nicht gewonnen.
Und die nächsten Wochen werden für Veh und den Meister, die sich in der Tabelle erst einmal auf Rang 15 wieder finden, nicht einfacher. Ich sehe es nicht dramatisch, allerdings fehlen die Punkte. Wir könnten ganz anders dastehen, erklärte der Trainer. Gern würde er seinen Profis in den nächsten Tagen die Versäumnisse aufzeigen, doch jetzt sind die vielen Nationalspieler einschließlich der Löw-Neulinge Serdar Tasci und Sami Khedira erstmal weg, und wenn sie Donnerstag wiederkommen, sind sie etwas müde. An den Rhythmus werden sich die Stuttgarter gewöhnen müssen. Wir sollten nicht an die Champions League denken, sondern an Duisburg nächste Woche. Nur eine Halbzeit - das reicht nicht für die Bundesliga, bemerkte Hitzlsperger.
Für Hertha reichte eine Halbzeit, um die teilweise großen Zweifel am radikalen Umbruch von Trainer Favre in der Hauptstadt erst einmal weg zu schieben. Wir sind glücklich, weil keiner damit gerechnet hat. Wir haben einen Trainer, der wird diesen Haufen zusammenbringen und sein Spielsystem auf uns übertragen. Dann werden wir eine gute Rolle spielen, sagte Torschütze Fathi. Eine Negativ-Serie hat Favre schon bei seinem Heim-Debüt geknackt: Hertha gewann nach über einem halben Jahr wieder ein Spiel im heimischen Stadion. Das nächste Mal werden sicher ein paar Tausend Fans mehr kommen, prophezeite Patrick Ebert.
Lübeck und Osnabrück weiter an der TabellenspitzeGriechenland ist Europameister - 1:0 gegen PortugalMayer-Vorfelder verteidigt Torwart-Rotation1. FC Köln zurück an der TabellenspitzeExtra FußballTorwart-Krieg bei ArsenalTicos Personalprobleme wohl nur BluffLeverkusen stoppt Talfahrt - 3:1 gegen CottbusNach Pflipsen verlässt auch Grlic AachenNesta verlängert Vertrag bei AC Mailand bis 20111617 |
1381 |
1545 |
1359 |
1601 |
13775 |
13685 |
13102 |
13658 |
13849 |