Duisburg - Mit Trommelwirbel, wehenden Fahnen in Grün-Weiß-Rot und Forza Italia-Rufen haben mehr als 3500 Tifosi am Morgen ihrem Team einen triumphalen Empfang in Duisburg bereitet. Einige Fans zündeten bengalische Feuer, als der Bus die Zufahrt zum Hotel entlangfuhr.
Ich bin total begeistert, jubelte Salvatore Attardo, ein Fan, der nur mit Retro-Shorts in den italienischen Landesfarben bekleidet vor dem Absperrzaun der Herberge tanzte. Die frisch gebackenen Weltmeister waren in den frühen Morgenstunden im Flugzeug von Berlin nach Düsseldorf geflogen, um in ihr Quartier in der Ruhrgebietsstadt zurückzukehren.
Totti, kreischten die weiblichen Fans, als die Nationalelf im Bus im Schritttempo an den drängelnden Fußball-Anhängern vorüberfuhr. Am Absperrzaun sprangen und jubelten die Fans: Italia, Italia. Ihre Helden von Berlin lächelten hinter den Scheiben, winkten müde. Mit Grazie di tutto in ein Herz geschrieben bedankten sich einige Italiener per Plakat bei der Squadra Azzurra. Als sich die Nationalspieler später auf dem Hotel-Balkon zeigten, brandete erneut Jubel und Blitzlichtgewitter los. Doch dann war die Party vorbei; die Fans strömten müde vom Siegestaumel im Morgengrauen heim. Nur einige Dutzend Tifosi harrten unverdrossen vor dem Hotel aus.
Von Mitternacht an waren tausende Fans jubelnd und in Autokorsos zu dem Vier-Sterne-Hotel im italienischen Stil gezogen, in dem das Team von Trainer Marcello Lippi während der Fußball-WM residiert. Stundenlang harrten sie vor der Absperrung aus und gaben sich auf der Straße einem Jubelrausch hin, tanzten und sangen zu italienischen Schlagern. Einige hatten ti amo Italia auf Rücken, Bauch oder Wange geschrieben. Italiens Nationalelf hatte in Berlin das Team aus Frankreich im Elfmeterschießen bezwungen und damit die Weltmeister-Trophäe errungen.
Wir sind die beste Mannschaft der Welt, jubelte Mario Deserio im blauen Shirt der Italiener. Schmähgesänge gab es dagegen für den Franzosen Zinedine Zidane, der im Spiel eine Rote Karte kassiert hatte. Bis auf kleinere Zwischenfälle blieb die Feier in Duisburg friedlich; die Polizei setzte neun Fans fest.
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