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Bielefeld gibt Sieg ab - 2:2 gegen Frankfurt | 2007-08-19


Bielefeld - Ein dreiminütiger kollektiver Tiefschlaf brachte Matthias Langkamp auf die Palme. Das war reine Doofheit. Wir waren zu doof zum Gewinnen, sagte der Fußball-Profi von Arminia Bielefeld selbstkritisch.

Langkamp hielt damit jene rund 180 Sekunden fest, in denen er und seine Mitstreiter beim 2:2 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt zwei Punkte verschenkten und vor 21 200 Zuschauern in der ausverkauften Baustelle SchücoArena den besten Bundesliga-Saisonstart seit 1982 verpassten. Damals hatten den Ostwestfalen ein 1:0 in Leverkusen am ersten und ein 2:0 gegen Braunschweig am zweiten Spieltag sogar die Tabellenspitze beschert.

Die Stimmung ist so, als ob wir verloren hätten, sagte Bielefelds Rückkehrer Langkamp, der als Innenverteidiger eine überragende Partie lieferte. Er hat außergewöhnlich gut gespielt, hob der sonst nicht zu Individual-Lob neigende Ernst Middendorp die Leistung des 23-Jährigen hervor. Und auch die ehrliche Selbstkritik Langkamps gefiel dem Bielefelder Trainer: So, wie er das gesagt hat, trifft es vielleicht den Kern. Middendorp stufte die drastische Formulierung seines Besten als sympathisch und charmant ein - Langkamp hätte einen Preis für Ehrlichkeit verdient.

Derjenige, der nach den Treffern der Bielefelder Radim Kucera (68. Minute) und Artur Wichniarek (80.) sowie dem 1:2 der Frankfurter durch Alexander Meier (87.) in einer dramatischen Schlussphase den Hessen einen Zähler rettete, war ebenfalls erfrischend ehrlich. In der letzten Minute hat man nichts mehr im Kopf. Da schießt man einfach, ließ Marco Russ wissen. Dem fußballerischen Instinkt verdankt der gerade 22 Jahre alt gewordene Russ seinen zweiten Bundesliga-Treffer, der beim zuvor deprimierten Langkamp nach einem Moment des Überlegens sogar Erleichterung hervorrief: Vielleicht war das ein Dämpfer zur rechten Zeit. Wären wir womöglich noch Tabellenführer geworden, hätten alle verrückt gespielt.

Den Trainern war die Punkteteilung auch recht, obwohl Middendorp die fehlerhaften Kleinigkeiten monierte, die in der Summe noch zu den beiden Gegentoren führten: Das hätte nicht passieren dürfen. Sein Frankfurter Widerpart Friedhelm Funkel, dessen Mannschaft noch im April an gleicher Stelle 4:2 gewonnen hatte, war trotz des 0:2- Rückstands von einem Erfolgserlebnis überzeugt: Ich habe daran geglaubt. Immerhin habe seine Elf die Partie bis zum 0:1 total kontrolliert. Aber so ganz sicher scheint sich Funkel nicht gewesen zu sein, räumte er doch später ein, dass es weiß Gott nicht alltäglich ist, hier nach einem 0:2 noch einen Punkt mitzunehmen.


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