Neuss - Die Polizei hat den zur Fußball-Weltmeisterschaft angereisten Fans aus dem In- und Ausland ein großes Lob ausgesprochen.
Vier Wochen Partystimmung hätten für eine sichere und friedliche WM gesorgt, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) bei einer bundesweiten Polizei-Bilanz in der Anti- Hooligan-Zentrale in Neuss bei Düsseldorf. Es habe keine größeren Ausschreitungen gegeben.
Sich abzeichnende Krawalle in Gelsenkirchen, Dortmund und Köln hätten im Keim erstickt werden können. Dazu habe der Einsatz von mehr als 500 ausländischen Polizisten aus den Teilnehmer- und Nachbarländern beigetragen. Sämtliche Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet. Auch die Fans aus England, Polen und den Niederlanden haben sich überwiegend vorbildlich verhalten, sagte der Chef der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), Michael Endler.
Von den auffällig gewordenen Fans stammten 80 Prozent aus Deutschland. Das Gewaltpotenzial ist deutlich geringer ausgefallen als befürchtet, sagte Endler. Rund 7000 Straftaten und 875 Verletzte seien registriert worden. Unter den Verletzten waren 350 Störer, 200 Polizisten und ansonsten Unbeteiligte. Von den Straftaten seien 38 Prozent Gewaltdelikte wie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen gewesen, bei jeder fünften Straftat handelte es sich um Diebstahl.
9000 Menschen wurden von der Polizei vorübergehend festgenommen, meist nur für wenige Stunden. Die größten Polizei-Einsätze habe es mit mehr als 9000 Beamten bei den Spielen Deutschland-Polen in Dortmund und Schweden-England in Köln gegeben. Das Sicherheitskonzept habe sich bewährt und sei bei vielen Staaten auf großes Interesse gestoßen. Das viel kritisierte Ticket-System habe dazu geführt, dass mehrere hundert Hooligans der Weg ins Stadion versperrt blieb.
Die Polizei hatte in Neuss mit 150 Beamten rund um die Uhr Informationen über problematische Fans zusammengetragen, um gewaltbereite Störer rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen. Weitere 300 Beamte waren dazu bundesweit an den Spielorten im Einsatz. Die Arbeit der ZIS hat 1,6 Millionen Euro gekostet.
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