Juristische Schritte wegen Marcelinho-Eskapaden | 2006-07-10
Berlin - Hertha BSC Berlin geht nun auf juristischem Wege gegen die Eskapaden seines Stars Marcelinho vor. Wie vom Verein zu hören war, gebe es bisher nach wie vor keinen Kontakt zu Marcelinho.
Während der Fußball-Bundesligist mit 24 Spielern ins Trainingslager ins österreichische Bad Waltersdorf abreiste, wurde beim Weltverband FIFA der brasilianische Erstligist Palmeiras Sao Paulo angezeigt, der Transfer-Gespräche mit dem bis 2007 in Berlin unter Vertrag stehenden Marcelinho führte - ohne Hertha darüber zu informieren. Nach Informationen des Kicker bereitet der Club zudem eine Schadenersatz-Klage bei der FIFA wegen des Vertragsbruches von Marcelinho vor.
Mit der Klage will sich Hertha für den Fall absichern, dass wegen der wiederholten Eskapaden des Spielmachers möglicherweise Sponsoren abspringen könnten. Zuvor soll nach Aussage von Trainer Falko Götz auf jeden Fall noch ein Gespräch mit dem Abtrünnigen erfolgen. Der Mittelfeld-Zauberer ist bereits seit sieben Tagen in Berlin überfällig. Inzwischen sind mindestens fünf Rückflüge vergeblich für ihn gebucht worden.
Als sicher gilt, dass Palmeiras nicht bereit ist, die von Hertha geforderte Ablösesumme von drei Millionen Euro zu zahlen. Auch europäische Vereine wie Olympiakos Piräus oder Espanyol Barcelona hatten bei Marcelinhos Berater ihr Interesse an dem 31-Jährigen bekundet. Ein Rausschmiss kommt für Hertha BSC offensichtlich nicht in Frage, obwohl man dann die knapp zwei Millionen Euro Gehalt für den zuletzt stets schwankende Leistungen zeigenden Brasilianer sparen würde. Für das anstehende UI-Cup-Spiel gegen den FK Moskau in Berlin darf Trainer Falko Götz in keinem Falle mit seinem enfant terrible planen.