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Liga atmet auf: Über-Bayern zeigen Schwächen | 2007-09-03


Hamburg - Der Hamburger SV macht der Bundesliga Mut: Fußball-Rekordmeister Bayern München ist doch nicht überirdisch, intergalaktisch, unantastbar. Das Remis der bis dato in Siebenmeilenstiefeln davoneilenden Münchner beim 1:1 in der HSH-Nordbank-Arena lässt die Konkurrenz aufatmen.

Ganz so einseitig und langweilig scheint das Rennen an der Tabellenspitze der Eliteliga wohl doch nicht zu werden. Schenkt man HSV-Trainer Huub Stevens Glauben, besteht allerdings kaum Hoffnung auf Überraschungen: Platz eins ist vergeben, ganz klar, versicherte der Niederländer.

Erstmals in dieser Saison präsentierte sich der Titelanwärter Nummer eins nicht in überragender Verfassung. Anders als in den mit insgesamt 10:0 Toren dominierten ersten drei Spielen stotterte diesmal die Angriffsmaschinerie der Bayern. Man kann nicht immer so spielen wie zuletzt, entschuldigte sich Bundesliga-Rekordtorhüter Oliver Kahn, dem nichts Gutes schwant: Das Spiel hat gezeigt, was wir in Zukunft auswärts zu erwarten haben. Dass er nun mit 535 Einsätzen Eike Immel von der Spitzenposition der einsatzfreudigsten deutschen Torsteher verdrängt hat, lässt ihn kalt. Ich habe wenig Zeit, über Statistiken nachzudenken. Wir wollen deutscher Meister werden; das ist alles, was zählt.

Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld trug das Remis mit Fassung. Wir hätten nicht verdient, drei Punkte zu holen, bekannte der Coach. Uns hat doch etwas die Frische gefehlt. Auch Zauber-Fuß Franck Ribéry konnte das erwartungsvolle Publikum nicht in Verzückung versetzen. Entweder stand ihm Gegenspieler Nigel de Jong auf den Füßen oder das gerade von Hertha BSC geholte Abwehrtalent Jerome Boateng luchste dem Weltklassemann mit erstaunlicher Cleverness den Ball ab. Wir werden noch viel Freude an ihm haben, meinte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Nach der von Bayern-Manager Uli Hoeneß entfachten Diskussion um den rigorosen Schutz seiner teuren Stars und der damit einhergehenden Schiedsrichter-Schelte stand auch die Leistung von Referee Florian Meyer im Fokus. Zwei Mal ließ Meyer Gnade vor Recht ergehen: Nationalspieler Bastian Schweinsteiger holte HSV-Verteidiger Boateng brutal von den Beinen und sah nur Gelb. Auf der Gegenseite streckte Thimothee Atouba Bayerns Hamit Altintop und trampelte ihm anschließend auf Rücken und Kopf herum. Meyer erkannte auf Freistoß. Hoeneß hielt sich mit Kommentaren zurück.

Der HSV blickt nach dem Bayern-Fest zufrieden und hungrig in die Zukunft. Wenn wir weiter so spielen, können wir um die Plätze zwei bis fünf mitmischen, bekannte Trainer Stevens, der selbst überrascht war, wie souverän sein Team den Ausfall des verletzten Regisseurs Rafael van der Vaart sowie der gesperrten Vincent Kompany und Guy Demel verkraftet hatte. Wenn du gegen Bayern trotz Problemen mithalten kannst, dann verdienst das ein großes Lob, meinte der Niederländer. Wir zeigen Spiele, die Spaß und Freude machen.


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