Berlins Luftraum zum WM-Finale überlastet | 2006-07-10
Berlin - Die Sonderflüge etlicher VIP-Jets zum WM-Finale haben den Luftraum über Berlin massiv überlastet. Am Sonntag und Montag kam es zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen, wie die Deutsche Flugsicherung mitteilte.
Allein am 9. Juli gab es 1200 Flüge - mehr als doppelt so viele wie normal. Die Fluglotsen an den drei Airports der Hauptstadt seien hoffnungslos überlastet gewesen. Um den Betrieb zu entzerren, wurden Flüge nach Leipzig umgeleitet. Die Flughäfen Schönefeld und Tempelhof fertigten hunderte Kleinflugzeuge ab. Zur Rückreisewelle am 10. Juli war der Ansturm nochmals enorm.
Der Billigflieger Easyjet musste in Schönefeld fünf Starts und fünf Landungen kurzfristig streichen, wie das Unternehmen mitteilte. Betroffen waren 1000 Reisende, von denen viele nicht mehr rechtzeitig über den Ausfall informiert werden konnten. Gegen die Flugsicherung sollten Regressansprüche geltend gemacht werden. Die Lufthansa, die in Berlin nur den größten Flughafen Tegel ansteuert, hatte keine Beeinträchtigungen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte.
Die Deutsche Flugsicherung wies Vorwürfe zurück. Es seien vom bundesweiten Flughafenkoordinator genehmigte Flüge abgearbeitet worden. Zudem sei gesetzlich vorgeschrieben, dass Staatsflüge bevorzugt behandelt werden müssten. Andere VIPs seien nicht bevorzugt worden.
Am 10. Juli waren zur Rückreise nach dem WM-Endspiel rund 120 000 Fluggäste von und nach Berlin gebucht. Das ist das höchste je erreichte Aufkommen in der Hauptstadt. Die Lufthansa verzeichnete mit allein 11 000 abfliegenden Reisenden ebenfalls einen Rekord. Um den Ansturm zu bewältigen, wurden am Flughafen Tegel zehn Sonderschalter eingerichtet. Auf einigen Routen wurden größere Maschinen eingesetzt.