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WM-Zweiter Frankreich und Sünder Zidane bejubelt | 2006-07-10


Paris - Tausende Fans haben in Paris der französischen Fußball-Nationalmannschaft trotz des verlorenen WM-Finals einen begeisterten Empfang beschert.

Zuvor hatte die Mannschaft von Trainer Raymond Domenech im Elysée-Palast mit Präsident Jacques Chirac zu Mittag gegessen. Frankreich hatte das WM-Finale in Berlin mit 3:5 im Elfmeterschießen gegen Italien verloren. Kapitän Zinedine Zidane, der im letzten Spiel seiner Karriere wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte, wurde am lautesten von den Anhängern bejubelt.

Wegen des Treffens mit Chirac musste die Equipe tricolore ihre Anhänger rund 90 Minuten vor dem Hotel Crillon an der Place de la Concorde warten lassen. Domenech trat zuerst auf den Hotelbalkon, um anschließend Zidane, Franck Ribéry, Thierry Henry, Claude Makelele und anschließend die ganze Mannschaft unter dem Applaus der Menge vortreten zu lassen. Die Zuschauer stimmten die Marseillaise an und hielten Schilder mit Merci in die Höhe, um ihrer Mannschaft zu danken. Sie hatte sich nach Startschwierigkeiten in der Vorrunde bis ins Finale gespielt.

Trotz seines unrühmlichen Karriereendes war Zidane der Spieler, dem die Menge am stärksten mit Rufen wie Zizou a lEuro (Zizou zur Euro) zujubelte und den Kapitän der Blauen somit aufforderte, auch an den Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2008 teilzunehmen. In der Qualifikation trifft Frankreich unter anderem ausgerechnet auf Italien.

Chirac drückte dem Team wie schon am Finalabend seine Bewunderung aus. Die ganze Nation zolle der Mannschaft Respekt, sagte das Staatsoberhaupt. Chirac tröstete Zidane mit den Worten, dass er ein Genie des Weltfußballs, aber zugleich auch ein Mensch mit einem großen Herzen sei. Wegen seines Engagements und seiner Überzeugung bewundere und liebe ihn Frankreich.

Frankreich habe bei der WM in Deutschland unvergessliche Augenblicke erlebt. Die Mannschaft habe Frankreich unermesslich großes Glück und auch immensen Stolz beschert. Domenech sei der Architekt dieser herausragenden Leistung, betonte Chirac. Nur Torwart Fabien Barthez war dem Empfang aus familiären Gründen fern geblieben.

Das Team war kurz nach 13.00 Uhr auf dem Flughafen Roissy gelandet. Dort hatte nur eine kleinen Schar von etwa 100 Fans auf ihre Helden gewartet.


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