Düsseldorf - Im BUrlG ist auch für Fußballprofis alles genau geregelt: Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, schreibt das Bundesurlaubsgesetz zwingend vor.
Der Mindestanspruch beträgt 24 Werktage - und so ist es auch im Musterarbeitsvertrag des Ball spielenden Personals vorgesehen. Und weil Fußballspieler als normale Angestellte ihrer Vereine gelten, haben sie die gleichen Ansprüche wie jeder, sagt Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV).
Das Regulativ bringt im Fall der Weltmeisterschafts-Teilnehmer für die Arbeitgeber durchaus Herausforderungen mit sich. Wir werden die ersten Wochen der Saison brauchen, um unsere Formation zu finden, umschreibt Felix Magath als Cheftrainer des deutschen Meisters Bayern München die Problematik, dass für die Profis nach dem WM-Ende erstmal Urlaub angesagt ist. Die Faustformel ist dabei in fast allen betroffenen Clubs gleich: Ausscheiden aus dem WM-Turnier plus drei Wochen - und erst dann wieder zum Verein.
Drei Bayern - Roque Santa Cruz und Julio dos Santos (beide Paraguay) sowie der Iraner Ali Karimi - stehen Magath wegen des frühen WM-Ausscheidens schon in dieser Woche für das Trainingslager in Donaueschingen wieder zur Verfügung. Sieben weitere WM-Teilnehmer des Rekord-Titelträgers dürfen zum Teil noch bis Ende Juli aussetzen. Baranowsky: Diese Urlaube sind speziell nach großen Turnieren wichtig, der Körper braucht das. Dem VDV ist auch noch kein Fall begegnet, wo die Vorschriften vom Arbeitgeber missachtet worden wären: Den Urlaub muss es einfach geben. Alles andere wäre illegal, so der VDV-Manager. Die VDV hat auch maßgeblich dazu beigetragen, dass generell ein Urlaubsentgelt (Fortzahlung der Bezüge auch im Urlaub) gewährt wird.
Der eine oder andere verzichtet schon mal freiwillig auf den Freizeit-Anspruch. Beim zurückgetretenen Nationalkeeper Oliver Kahn ist es denkbar, dass er mit dem Bayern-Tross schon am 29. Juli zu Testspielzwecken nach Japan fliegt. Werbeverträge Kahns sprechen für diese Variante. Beim 1. FC Köln wollte Neu-Bayer Lukas Podolski nach dem Confederations Cup 2005 ohne Ruhephase ganz schnell wieder in den Trainingsalltag zurückkehren - der Verein sprach ein Machtwort und schickte den Jungstar fürsorglich in Urlaub.
Erstaunlich früh kehrt Brasiliens entthronter Weltmeister Juan schon am 22. Juli in das Training bei Bayer Leverkusen zurück. Das Viertelfinal-Aus der Südamerikaner macht es möglich. Norm-Termin ist bei den meisten der 12. Juli. Mit am spätestens dran sind die Dortmunder Christoph Metzelder, David Odonkor und Sebastian Kehl, der Schalker Gerald Asamoah oder der Leverkusener Bernd Schneider (alle 30. Juli).
Bei Vizemeister Werder Bremen dürfen WM-Torschützenkönig Miroslav Klose, Tim Borowski und Torsten Frings bis Ende Juli durchatmen: Trainer Thomas Schaaf legte den Termin für das Trio noch nicht exakt fest. Vermutlich am längsten kann Arne Friedrich aussetzen: Der Rechts-Verteidiger bekam bei Hertha BSC von Trainer Falko Götz Urlaub bis zum 31. Juli - und das, obwohl die Berliner schon am 16. Juli im UI-Cup gegen FK Moskau ihr erstes Pflichtspiel der neuen Saison bestreiten.
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