Berlin - Vom Himmel in die Hölle: Roberto Ayala ist die tragische Figur der argentinischen Nationalmannschaft bei dieser Fußball-WM.
Nachdem der Routinier in der 49. Minute mit einem wuchtigen Kopfballtor zur zwischenzeitlichen Führung der Gauchos im Viertelfinale gegen Gastgeber Deutschland gesorgt hatte, war es ausgerechnet der 105-malige Internationale, der mit seinem verschossenen Elfmeter das WM-Aus der Albiceleste einleitete. Am Ende stand es 2:4 gegen Argentinien.
Es war 19.38 Uhr, als sich die Maus (El Ratón) im riesigen Rund des Berliner Olympiastadions noch kleiner fühlte als sein Spitzname verheißt. Der zuvor überragende Spieler in der argentinischen Mannschaft scheiterte mit seinem zu schwachen geschossenen Elfmeter an Jens Lehmann. Anschließend parierte der deutsche Keeper auch noch den Schuss von Estaban Cambiasso.
Sein erstes WM-Trauma erlebte Valencia-Profi Ayala - mit dem Einzug ins Halbfinale und einer garantierten weiteren Partie hätte er den nationalen Rekord aufgestellt, den bislang noch Diego Simeone (106) innehat - bereits 1998, als Argentinien ebenfalls im Viertelfinale an den Niederlanden gescheitert war. Damals hatte Ayala beim 2:1-Siegtor von Dennis Bergkamp in der 89. Minute gepatzt. Von allen Flanken, die ich nicht abfangen konnte, hat diese mir am meisten wehgetan, sagte Ayala später.
Nun wird der Schmerz noch größer sein. Und er entlud sich gleich nach dem Schlusspfiff in pure Wut, als der sonst besonnene Manndecker bei tumultartigen Szenen sogar auf Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhof losging.
Den Traum vom WM-Triumph ließ Ayala (Die Zahl meiner Länderspiele würde ich gerne für den Titel eintauschen) mit seinem verschossenen Elfmeter selbst platzen. Dabei hatte er knapp zwei Stunden zuvor nach einer Ecke von Spielmacher Juan Román Riquelme noch wie der Matchwinner der Partie ausgesehen. Gegenspieler Miroslav Klose kam zu spät, Ayala wuchtete die Kugel zu seinem siebten Länderspieltor, unhaltbar für seinen späteren Bezwinger in die Maschen vor der Kurve mit rund 6000 himmelblau-weißen Fans.
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