Kaiserslautern - Für das WM-Spiel zwischen Italien und den USA hat sich Kaiserslauterns Betzenberg in eine Festung verwandelt. Aus Angst vor Anschlägen gegen die beiden Verbündeten aus dem Irak- Krieg wurden 2500 deutsche Polizisten aufgeboten.
Das sind 500 mehr als beim ersten WM-Spiel in der Pfalz. Die Azzurri haben ihre eigenen Sicherheitskräfte aus Rom mit 35 Beamten mehr als verdoppelt, die US-Boys zogen aus Sicherheitsgründen vor der Partie auf die US-Luftwaffenbasis Ramstein. Dabei habe es keinerlei Hinweise auf besondere Bedrohungen gegeben, beruhigten die Behörden in Deutschland, Italien und den USA.
Nervös waren vor allem die Italiener. Seit Tagen war die angebliche Bedrohung durch Terror-Anschläge eines der Hauptthemen im Duisburger Casa Azzurri, dem italienischen WM-Haus in Deutschland. Immer wieder wurden die Spieler auf die wohlmöglich bedrohte Partie gegen die USA angesprochen. Wir hoffen natürlich, dass keine Gefahr besteht, sagte Stürmer Alberto Gilardino. Schließlich seien unter den 43 000 Zuschauern ja auch ihre Familien.
Am Abend vor dem Spiel räumte Nationaltrainer Marcello Lippi ein, dass die Terrorgefahr durchaus ein Gesprächsthema bei den Azzurri gewesen sei. Beeinträchtigt habe dies die Leistungsfähigkeit des dreimaligen Weltmeisters aber ebenso wenig wie der Fußball-Skandal in der Heimat. Wir stecken den Kopf nicht wie Straußen in den Sand, betonte Lippi. Alle wüssten, was um sie herum passiere. Entscheidend sei auf dem Weg zum angestrebten Titelgewinn aber, den Kopf frei zu bekommen. Fußball-Skandal und Terrorgefahr wurden daher ausgeblendet.
Lasst uns über Fußball reden und an die Spiele denken, forderte Lippi. Es gibt keinen besonderen Grund, um Alarm zu schlagen oder um auch nur beunruhigt zu sein, sagte auch der von der italienischen Regierung zum Schutz der Azzurri abgestellte Sicherheitschef Francesco Tagliente kurz vor dem Spiel.
Die Amerikaner nahmen die Diskussionen um die angebliche Bedrohung gelassener, sie sind an die verschärften Sicherheitsvorkehrungen schließlich längst gewöhnt. Für das Italien-Spiel zogen sie dennoch von Hamburg auf den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Hauptgrund, warum wir dort sind, ist die Sicherheit, räumte Coach Bruce Arena ein. Auf dem Gelände der US-Armee konnten sich die um den Verbleib im Turnier kämpfenden Spieler sicher wie in Abrahams Schoß fühlen. Kein Wunder, dass Arena beim Match in Kaiserslautern nur eines fürchtet: Die beiden italienischen Stürmer Alberto Gilardino und Luca Toni.
US-Botschafter William R. Timken jr. hat sich zufrieden mit den Sicherheitsmaßnahmen gezeigt. Die deutschen Behörden hätten als Gastgeber lang und hart an den Maßnahmen gearbeitet, und die Ergebnisse zeigten, dass sie einen guten Job gemacht hätten, sagte Timken in Kaiserslautern. Es gebe keinen Grund zur Besorgnis. Andererseits müsse jeder aufmerksam sein.
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