Berlin - Franz Beckenbauer wird vorerst nicht Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), denn der 76 Jahre alte Lennart Johansson ist noch immer nicht amtsmüde.
Ich würde nicht noch einmal antreten, wenn ich mich nicht total fit fühlen würde und nicht die große Unterstützung aus aller Welt haben würde, sagte der Schwede auf einer Pressekonferenz in Berlin und kündigte die Kandidatur für seine fünfte Amtszeit an.
Während Beckenbauer seine Entscheidung von der Johanssons abhängig gemacht hatte, brachte sich Michel Platini als Gegenkandidat erneut in Position. Ich stehe für die Zukunft, Johansson für die Vergangenheit, sagte der 41-Jährige. Frankreichs Fußball-Idol will sich Ende Januar in Düsseldorf ebenfalls zur Wahl stellen.
Das ist eine Aufgabe, die mich reizen würde, aber nur wenn Johansson nicht mehr will, hatte Beckenbauer stets betont. Die erneute Kandidatur von Johansson traf den Deutschen denn auch nicht unvorbereitet. Er weiß das. Er hat andere Absichten. Welche, das kann er selbst sagen, sagte Johansson.
Die Ankündigung des Schweden trifft Beckenbauer nicht besonders hart, denn an Job-Offerten mangelt es dem Vize-Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes und Präsidenten des FC Bayern München, TV-Experten sowie durch Verträge an zahlreiche Werbepartner gebundenen Multifunktionär bekanntlich nicht. Auch der Weltverband FIFA hält dem Kaiser nicht erst seit der unter seiner Führung perfekt organisierten Weltmeisterschaft fast alle Türen offen.
Ich finde es gut, dass er es noch einmal macht. Alter ist auch Erfahrung, sagte der scheidende DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Ich wurde durch den FIFA-Präsidenten und die Präsidenten aller Kontinental-Verbände ermutigt. Sie wünschen Kontinuität und eine stabile Führung für Europa. Das hat mich überzeugt für eine letzte Amtszeit anzutreten, sagte der Schwede, der in einem dunkelblauen Polo-Hemd und Badeschlappen zur Pressekonferenz der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gekommen war.
Vom Gegenkandidaten Platini lässt sich Johansson nicht schrecken: Wenn er denkt, dass er Präsident sein kann, ist er willkommen. Ich kann ihm nur Glück wünschen. Allerdings verwies der Schwede darauf, dass er bisher stets einstimmig gewählt worden sei. Johansson war erstmals am 19. April 1990 zum Nachfolger des Franzosen Jacques Georges gekürt worden.
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