Frankfurt/Main - Der neue Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Joachim Löw, äußerte sich bei der Pressekonferenz in Frankfurt/Main zu seinen Zielen.
Gedanken zur neuen Aufgabe: Es ist mit Sicherheit eine große Herausforderung, den eingeschlagenen Weg weiter zu führen. Es ist unabdingbar, dass wir diesen Weg weiter gehen. Nur so können wir uns dauerhaft in der Weltspitze etablieren. Wir haben eine junge Mannschaft, die immer noch in der Entwicklung steckt. Sie hat den schönsten und attraktivsten Fußball gespielt bei dieser Weltmeisterschaft. Wir haben viele Herzen gewonnen und eine sehr hohe Identifikation erreicht durch die sehr attraktive, offensive Spielweise.
Zusammenarbeit mit Jürgen Klinsmann: Ich möchte mich zunächst bei dir bedanken, Jürgen, für die zwei unvergesslichen und sehr erfolgreichen Jahre. Und ich mache das im Namen der ganzen Mannschaft. Wir sind die Aufgabe mit großer Begeisterung und großer Motivation angegangen, haben auch Höhen und Tiefen erlebt. Mich hat besonders beeindruckt, wie wir menschlich zusammengearbeitet haben - vollstes Vertrauen, mit unglaublicher Loyalität, mit einer Zuneigung. Ich denke, dass dies am Ende des Tages vielleicht sogar noch wichtiger ist als nur das Berufliche.
Ziele: Du hast hier vor zwei Jahren auf dem Stuhl gesessen, Jürgen, und hast gesagt: Wir wollen Weltmeister werden. Und ich sage auch ganz klar, es ist auch unser Ziel - von Oliver Bierhoff, Andy Köpke, meines und ich denke auch das der ganzen DFB-Spitze - , dass wir Europameister werden wollen.
Erste Aufgaben: Es wird wichtig sein, dass wir es schaffen, die jungen Spieler nicht in ein Loch fallen zu lassen. Man hat letztes Jahr nach dem Confed-Cup gespürt, dass es nicht immer so leicht ist, nach einem so kräfteraubenden Turnier wieder gut in die Saison zu starten. Es wird unsere Aufgabe sein, die jungen Spieler aufzufangen. Und dass wir natürlich erfolgreich in der Qualifikation spielen.
Assistent: Das wird eine meiner ersten Amtshandlungen sein, einen neuen Assistenten zu finden. Wir wollen weiter die Individualisierung voran treiben, gerade im Trainingsprozess. Das wird auf jeden Fall so sein, dass ich mir einen Assistenten suche. Ich werde mir in den nächsten Tagen in Ruhe Gedanken machen und mit Oliver Bierhoff zusammen einige Gespräche führen. Dieter Eilts wird weiter die U 21 behalten.
Team-Partner: Es war für mich eine Voraussetzung, dass wir mit diesen Leuten im Stab so weiter arbeiten können, auch mit den Fitnessleuten um Oliver Schmidtlein. Es hat hervorragend funktioniert, diese Bereiche etwas aufzuteilen. Die Signale sind gekommen, dass die Leute aus Amerika gerne weiter arbeiten wollen. Sehr wichtig bei der EM- Qualifikation ist Urs Siegenthaler, der enorm viele Spiele im Ausland gesehen hat.
Perspektiven: Wir haben ein Ensemble hoch qualifizierter junger Spieler, nicht nur die WM-Spieler, sondern auch darüber hinaus. Wenn ich an die U 21 oder die U 20 denke, wir haben da sehr viele Talente, die in den nächsten Monaten und Jahren reifen und herangeführt werden müssen an die A-Mannschaft.
Kritik: Es war sicher so, dass der Strahl um mich manchmal eine Kurve gemacht hat. Aber ich war ja vor dieser Zeit acht, neun Jahre Cheftrainer unter anderen bei einem Verein wie Fenerbahce Istanbul. Und da war ich es gewohnt, an vorderster Front zu arbeiten und auch mit Kritik umzugehen.
Befinden: Im Moment bin ich auch ausgebrannt, sehne mich nach Urlaub. Die letzten Monate und vor allem Wochen haben schon viel Kraft gekostet. Vor allem auch im Kopf fühlt man sich erst einmal leer. Ich brauche sicher einige Tage, um wieder aufzuladen. Ich werde jetzt mal zehn Tage in den Urlaub gehen und versuchen, meine Gedanken zu ordnen, körperlich aufzutanken. Es wird wichtig sein, das einige neue Gedanken in die Arbeit einfließen. Wir werden versuchen, neue Impulse und Ideen zu entwickeln.
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