Sport News :: Fussball News

SPORT NEWS:

SPORTWETTEN:

POKER

ARCHIV:

LINK EXCHANGE:

Löw greift an: Ziel Europameister 2008 | 2006-07-12


Frankfurt/Main - Nach dem schmerzhaften Rücktritt von Jürgen Klinsmann hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sofort Plan B aus der Schublade gezogen und Joachim Löw zum neuen Bundestrainer befördert.

Klinsmanns bisheriger Assistent ist die logische Entscheidung für eine Fortsetzung des 2004 eingeschlagenen Weges. Das brachte der 46-Jährige auch gleich selbst mit seiner Zielvorgabe zum Ausdruck, als er bei seiner Präsentation mit Blick auf den neben ihm sitzenden Klinsmann verkündete: Jürgen, du hast vor zwei Jahren hier auf dem Stuhl gesessen und gesagt: Wir wollen Weltmeister werden. Es ist ganz klar mein Ziel, dass wir 2008 Europameister werden wollen!

Dass Klinsmann bei der von mehreren Fernsehsendern übertragenen Pressekonferenz die Beförderung Löws persönlich bekannt gab, brachte den erheblichen Einfluss des 41-Jährigen bei der Zukunfts-Gestaltung zum Ausdruck. Es war die einzig logische Schlussfolgerung, dass der DFB Joachim Löw gebeten hat, das fortzuführen, sagte Klinsmann, der sich nach der Weltmeisterschaft nicht mehr in der Lage sah, seine Arbeit fortzusetzen: Ich habe das Gefühl, ausgebrannt zu sein.

Löw erhält einen Zweijahresvertrag. Auf die wirtschaftlichen Eckdaten habe man sich ebenfalls bereits verständigt, berichtete der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger. Er legte die Messlatte für den Cheftrainer ebenfalls so hoch wie möglich. Das Ziel heißt schlicht und klar: Wir wollen Europameister 2008 werden.

Zwanziger betonte, dass das DFB-Präsidium einmütig dem Vorschlag von Team-Manager Oliver Bierhoff gefolgt sei, mit dem neuen Chef den vom Gespann Klinsmann/Löw eingeschlagenen Weg weitergehen zu wollen. Ende und Zukunft sind eng beisammen, betonte Zwanziger. Kapitän Michael Ballack nannte Klinsmanns Rücktritt schade, aber er zeigte sich zugleich froh über die Beförderung von Löw zum Chef. Auch Franz Beckenbauer bezeichnete die Beförderung von Löw als absolut richtig, bedauerte aber, dass sich Klinsmann nicht mehr Bedenkzeit gegönnt hatte. Vielleicht wäre Jürgen mit etwas mehr Abstand auch zu einem anderen Entschluss gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmte Klinsmanns Rückzug wie viele Fans im Lande sehr traurig.

Löw bedankte sich an erster Stelle bei Klinsmann für zwei unvergessliche Jahre, in der eine Freundschaft gewachsen sei, die auf Vertrauen, Loyalität und Zuneigung fuße. Wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Der in Freiburg lebende Löw sprach von einer großen Herausforderung. Schon in den ersten Verhandlungen mit der DFB-Spitze ließ er sich zusichern, dass er mit dem kostspieligen Stab wie den US-Fitnesstrainern oder dem Schweizer Chefscout Urs Siegenthaler weiterarbeiten darf. Wir müssen das weiterführen.

Eine seine ersten Amtshandlungen werde die Wahl eines Co-Trainers sein. Manager Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke werden auch ihm weiterhin in der Sportlichen Leitung zur Seite stehen. Danach will auch Löw sich von den WM-Strapazen erholen: Ich sehne mich nach einigen Tagen Urlaub. Der große Taktiker will die offensive Spielphilosophie unbedingt fortführen. Wir haben eine junge Mannschaft, die immer noch in der Entwicklung steht. Wir haben den schönsten und attraktivsten Fußball bei der WM gespielt, viele Herzen gewonnen und eine sehr hohe Identifikation erreicht. Die erste Stunde der Wahrheit schlägt für ihn bereits in 35 Tagen in Gelsenkirchen beim Länderspiel gegen Schweden.

Am 2. September wird es dann richtig ernst: Gegen Irland startet die deutsche Mannschaft in die EM-Qualifikation. Weitere Gegner sind Tschechien, Slowakei, Wales, Zypern und San Marino. Löw muss mindestens Gruppenzweiter werden, um bei der EM vom 7. bis 29. Juni 2008 in Österreich und der Schweiz dabei zu sein. Die Qualifikation wird ein viel schwererer Weg als die letzten zwei Jahre, als wir automatisch für die WM qualifiziert waren, betonte Klinsmann.

Der Trainer der Herzen sah sich nach eigener Aussage nicht in der Lage, diese (Tor)-Tour in Angriff zu nehmen. Der Gedanke an den Rücktritt war schon unmittelbar nach dem K.o.-Stoß im WM-Halbfinale gegen Italien gereift, verriet Klinsmann. In der Abgeschiedenheit des Schwarzwald-Örtchens Baiersbronn war sie nur einen Tag nach WM-Ende endgültig gefasst. Ich kann das nicht mehr, ich habe nicht mehr die Kraft, sagte er zu seiner Frau Debbie. Es war eine Entscheidung, die ich treffen musste. Es war der große Wunsch, wieder nach Amerika in die Normalität mit der Familie zurückzugehen. Er werde jetzt ein halbes Jahr Urlaub machen und sich dann in sein früheres Geschäftsleben in Kalifornien zurückziehen. Andere Trainer-Angebote werde er zum jetzigen Zeitpunkt nicht annehmen.

Klinsmann hatte bei seinem Statement zeitweise feuchte Augen. Den Tränen nahe war auch der scheidende DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder bei seiner Abschieds-Laudatio. Klinsmann habe im Grunde genommen Unvorstellbares geleistet: Das ganze deutsche Volk ist in Bewegung gebracht worden. Das ist das Werk, dass vollbracht worden ist.

Verbandschef Zwanziger hatte es am Vorabend bei einem Treffen mit Klinsmann nach zwei Minuten aufgegeben, Klinsmann womöglich doch noch umstimmen zu können. Er ließ aber durchblicken, dass man ihn in irgendeiner Form weiter einbinden möchte. Ob letztlich organisiert oder nicht, lassen wir doch mal offen. Klinsmann selbst kündigte an, sich den Kontakt zu Löw und den Spielern nicht nehmen zu lassen.

Mit der Maßnahme, den zweiten Mann zum Chef zu befördern, knüpfte der DFB an eine jahrzehntelange Tradition an. Schon Sepp Herberger, Helmut Schön, Jupp Derwall und Berti Vogts waren vom Assi zum Bundestrainer aufgestiegen. Löw ist als Chefcoach alles andere als ein Anfänger. Der ehemalige Bundesliga-Profi führte den VfB Stuttgart 1997 zum DFB-Pokalsieg und 1998 ins Europapokalfinale. Mit dem FC Tirol wurde er 2002 österreichischer Meister, er arbeitete auch mit Erfolg in der Türkei. Ich bin überzeugt, dass dieses Team mit Joachim Löw Großes erreichen kann, sagte Bierhoff, der das Motto für die Zukunft ausgab: Es muss auch ohne Jürgen Klinsmann gehen.


Die Gegner des FC Bayern München im Kurzporträt
Koblenz und Stuttgarts Amateure trennen sich 3:3
Tommy Burns schottischer Interims-Coach
Voraussichtliche Aufstellungen zu Australien - Japan
Uwe Seeler: Seine drei Lieblingstore
MSV Duisburg verpflichtet Stefan Blank
Hertha will auf internationaler Bühne spielen
Wisla-Underdogs mit stolzer Brust
Wettfieber in Deutschland - Konkurrenz wird größer
Startschuss für WM-Qualifikation fällt auf Samoa

1083 | 1392 | 1986 | 1566 | 1651 | 13593 | 13085 | 13070 | 13423 | 13125 |