Hannover - Zum Jubiläum ihres Trainers Köbi Kuhn hat die Schweizer Nationalmannschaft ihren größten WM-Erfolg seit zwölf Jahren gefeiert und Südkorea aus dem Turnier geschossen. Mit dem 2:0 (1:0) gegen den WM-Vierten von 2002 sicherten sich die Eidgenossen den Sieg in der Gruppe H.
Die Schweizer im 50. Länderspiel unter Kuhn erstmals seit 1994 in ein WM-Achtelfinale ein. Philippe Senderos (23.) und Alexander Frei (77.) schossen vor 43 000 Zuschauern in Hannover die Eidgenossen zum fünften Mal in der WM-Geschichte in die Runde der letzten 16. Während die Schweizer als einziges Team ohne Gegentor in die K.o.- Runde einzogen und am 26. Juni in Köln auf ihren Wunschgegner Ukraine treffen, ist für Südkorea die WM beendet. Die Asiaten verpassten das Achtelfinale, weil Frankreich sie durch das 2:0 gegen Togo noch vom zweiten Platz verdrängte. Ich bin sehr stolz auf das Team, wie es in der zweiten Halbzeit gespielt hat, sagte ihr niederländischer Trainer Dick Advocaat enttäuscht.
Die jungen Wilden sind dabei, die Welt zu erobern, meinte der von Borussia Dortmund umworbene Torschütze Frei. Wir haben keines der drei Gruppenspiele verloren und eine gute Figur gemacht. Der Ex- Hannoveraner und heutige Leverkusener Tranquillo Barnetta, der an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung bot, jubelte: Alle in der Schweiz werden feiern, als wären wir schon Weltmeister. Sie sollen das genießen. Wir werden es auch genießen.
Tragischer Held der Schweizer war Verteidiger Senderos. Bei seinem Kopfball-Treffer in der 23. Minute stieß er mit Choi Jin-Cheul zusammen. Der Profi von Arsenal London und der Südkoreaner zogen sich Platzwunden zu und mussten behandelt werden. Sechs Minuten nach der Pause verletzte sich Senderos bei einem Sturz schwer am rechten Arm und wurde ausgewechselt. Sein Einsatz im Achtelfinale ist ungewiss.
Beide Mannschaften spielten von Beginn an auf Angriff und gingen ein hohes Tempo. Nach rund zehn Minuten erspielten sich die körperlich stärkeren Schweizer allmählich ein Übergewicht. Barnetta und der Ex-Stuttgarter Hakan Yakin zogen im Mittelfeld der Eidgenossen geschickt die Fäden. Barnetta (10.) war es auch, der die erste große Chance hatte. Sein Schuss wurde noch im letzten Moment von Choi Jin-Cheul geblockt. Yakin bereitete die Führung durch einen Freistoß auf Senderos vor.
Die Schlussphase der ersten Halbzeit wurde noch einmal turbulent. Die Asiaten machten mehr Druck und zeigten Abwehrschwächen der Schweizer auf. Lee Chun-Soo (42., 45.) prüfte zwei Mal Torwart Pascal Zuberbühler. Dazwischen hatten Kim Jin-Kyu (42.) und Park Chu-Young (45.) aussichtsreiche Möglichkeiten. Auch die Schweizer hatten noch ihre Chance Sekunden vor der Pause, doch der von Dortmund umworbene Frei erwischte unbedrängt einen Kopfball nicht voll.
Die Südkoreaner machten nach dem Wechsel weiter Druck. Die Schweizer verlegten sich dagegen auf das Kontern. Obwohl die Europäer immer wieder unsicher wirkten, kamen sie zu keinen klaren Chancen. Auch die Einwechslung des Noch-Duisburger Stürmers Ahn Jung-Hwan brachte nichts mehr. Schon vor seinem Treffer zum 2:0 aus abseitsverdächtiger Position hatte es Frei verpasst, für die Entscheidung zu sorgen. Einmal verzog der 26-Jährige freistehend (58.). Sechs Minuten später traf er die Latte, ehe er es dann besser machte.
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