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WM-Barometer | 2006-06-23


Welches Top-Team spielt schon auf weltmeisterlichem Niveau, welcher Trainer muss noch an seinem Kader feilen? Im WM-Barometer sind die acht im Vorfeld der Endrunde in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli 2006) von den meisten Experten favorisierten Mannschaften mit ihrem aktuellen Leistungsstand dargestellt.

WM-Gastgeber Deutschland ist mit drei Erfolgen und dem Gruppensieg in der Vorrunde A beeindruckend in das Turnier gestartet. Nach dem 4:2-Eröffnungssieg gegen Costa Rica wurde in erster Linie die Offensivkraft der deutschen Mannschaft gelobt. Beim 1:0 gegen Polen zeigte das Team von Bundestrainer Jürgen Klinsmann zwei weitere wichtige Qualitäten: Eine Abwehr, die kein Gegentor kassiert, und vor allem eine unerschütterliche Moral. Eine erfreuliche Erkenntnis ist zudem, dass auch als Ergänzungsspieler geltende Akteure wie Odonkor und Neuville einem Spiel den entscheidenden Impuls geben können. Beim 3:0-Sieg gegen Ecuador in Berlin spielte die DFB-Auswahl wie aus einem Guss und steigerte die WM-Euphorie im eigenen Land ins Unermessliche.

Beruhigend für die Klinsmänner: Selbst das mit Superstars gespickte Ensemble von Titelverteidiger Brasilien ist noch nicht in Topform. War das 1:0 gegen Kroatien zum Auftakt noch eine ziemlich stotternder Start, lief der Motor beim 2:0 gegen Australien zumindest zeitweise schon etwas runder. Die beste Leistung zeigten Ronaldinho & Co. beim 4:1-Sieg gegen Japan.

Beeindruckend agiert der zweite Titelaspirant aus Übersee, Argentinien. Schon mit dem Auftaktsieg gegen das starke Team der Elfenbeinküste konnte das Team von Trainer José Pekerman seinen Finalanspruch unterstreichen. Nach drei Spielen sind sie in der starken Gruppe C ungeschlagen Gruppenerster.

Frankreich hat mit Mühe und Not das Achtelfinale erreicht. Erst im letzten Gruppenspiel schaffte der Weltmeister von 1998 mit einem 2:0-Erfolg gegen Togo den Sprung unter die letzten 16. Zuvor hatte die Equipe Tricolore bei beiden Unentschieden gegen die Schweiz und gegen Südkorea nur ganz dürftige Leistungen gezeigt.

Ganz viel Luft nach oben hat auch das britische Team von Trainer Sven-Göran Eriksson: Trotz des bärenstarkes Mittelfeldes um Frank Lampard und David Beckham und des Comebacks von Wayne Rooney enttäuschten die Engländer in ihren ersten drei Gruppenspielen. Allein die Punkteausbeute stimmt.

Souverän und mit einem glänzend aufgelegten Arjen Robben präsentierten sich die spielstarken Holländer von Bondscoach Marco van Basten in den ersten beiden Spielen. Gegen Argentinien konnten auch die Auswechselspieler der Oranje in der Defensive überzeugen.

Auch Italiens Formkurve steigt: Nach einem überzeugenden Sieg über Ghana folgte zwar ein schwaches 1:1 gegen die deutlich schwächer eingestuften Amerikaner, doch das 2:0 gegen Tschechien versöhnte die fußballverrückten Tifosi wieder.

Mit drei Siegen in der Vorrunde haben sich die Spanier souverän für das Achtelfinale qualifiziert und sich auf dem WM-Barometer weit nach oben katapultiert. Gleich bei ihrem 4:0-Auftaktsieg gegen die Ukraine demonstrierten sie Torgefährlichkeit, Zweikampfstärke und eine gehobene Spielkultur. Mit den späten Toren zum 3:1 gegen Tunesien bewiesen die Iberer zudem Moral, nachdem sie bis zur 71. Minute einem Rückstand hinterher liefen. Beim 1:0 gegen Saudi-Arabien durften dann die Reservisten der Iberer ran.

(Stand Juni 2006)


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