München - Zwei Wochen nach dem WM-Auftakt schaut die Fußball-Welt erneut auf München. Zum ersten WM-Achtelfinalspiel Deutschland gegen Schweden werden auf den Fanfesten in ganz Deutschland rund zwei Millionen Menschen erwartet.
Deutschlands größte Fanmeile in Berlin wird mit vermutlich 750 000 Besuchern restlos voll sein. In München erwarten die WM-Macher im Stadion und auf den Fanfesten mehr als 100 000 Fußballanhänger, darunter 20 000 Schweden.
Der Sieger des Münchner Achtelfinales spielt im Viertelfinale gegen den Gewinner der Partie Argentinien - Mexiko. Diese beiden Mannschaften treffen in Leipzig aufeinander. Zu dem letzten Spiel der Fußball-WM in Sachsen werden bis zu 55 000 Fußballbegeisterte erwartet.
Einen Tag vor der Achtelfinalbegegnung zwischen England und Ecuador in Stuttgart randalierten Englische Fans in der Nacht in der Stuttgarter Innenstadt. Die Polizei nahm am frühen Morgen mehrere Dutzend betrunkener englischer Fußballfans in Gewahrsam. Mehr als 100 Engländer hatten bereits den ganzen Tag über am Stuttgarter Schlossplatz in der Nähe des Fan-Festes Alkohol getrunken und sich mit Fangesängen in Stimmung gebracht. Am späten Abend seien sie aggressiv geworden und hätten Flaschen, Stühle und sonstige Gegenstände durch die Luft geworfen.
Auf den übrigen Fan-Festen in Deutschland herrschte aber entspannte, fröhliche Atmosphäre. Nach dem Gedrängel bei den Deutschland-Spielen verfolgten auf der Straße des 17. Juni nur etwa 30 000 Menschen das letzte WM-Vorrundenspiel zwischen der Ukraine und Tunesien (1:0).
Etwas munterer als in Berlin ging es in Hannover zu. Schon Stunden vor dem Anpfiff der WM-Partie Schweiz gegen Südkorea (2:0) waren die Fans mit roten Trikots und rot-weißen Fahnen gut gelaunt durch die Stadt gezogen. In der Altstadt beeindruckten die Schweizer mit traditionellen Alphornbläsern. Die Organisatoren sprachen von rund 40 000 Eidgenossen und 10 000 Asiaten in Hannover.
Die klare Dominanz in Kaiserslautern hatten beim Spiel Saudi-Arabien gegen Spanien (0:1) mehrere zehntausend Spanier, meist in den gelb-roten Trikots ihrer Nationalelf. Prominenteste Gäste waren beim Spiel König Juan Carlos und Königin Sofia. Die Fußball-Begeisterung trieb auch ein Wildschwein in Kaiserslautern in die Nähe des Stadions. Es wurde nach Spielende eingefangen und in ein Tierheim gebracht.
In Köln verwandelte sich die Domplatte schon nach dem ersten Tor für Frankreich in der 55. Minute in ein blau-weiß-rotes Fahnenmeer. Die Fußball-Anhänger Togos waren deutlich in der Minderheit in Köln, hatten aber beim 2:0-Sieg der Franzosen die Sympathie vieler deutscher Fans auf ihrer Seite. Nach Angaben der Polizei in Köln, Dortmund und Gelsenkirchen setzten die Fans ihre Fußball-Party friedlich fort. In Dortmund gönnten sich aber viele Party-Gäste eine Pause. Die öffentlichen Live-Übertragungen in den meisten WM-Städten waren nach dem Massenandrang in den letzten Tagen deutlich weniger besucht.
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