Leipzig - Vom Top-Favoriten zum Flop des Saisonstarts: Für den Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig, der in einer dpa- Umfrage von 15 Trainern der Fußball-Regionalliga Nord zum großen Aufstiegsaspiranten erkoren worden war, hat das Spieljahr katastrophal begonnen.
Nach der 1:3-Heimniederlage gegen den Neuling SV Babelsberg wartet die Elf des bundesligaerfahrenen Trainers Benno Möhlmann als einziges Team auf den ersten Punkt und ist Tabellen-Schlusslicht.
An der Spitze hat sich Rot-Weiß Erfurt festgesetzt. Die Thüringer gewannen beim VfL Wolfsburg II mit 3:0 und haben ebenso zehn Punkte wie Fortuna Düsseldorf auf Rang zwei. Das Team von Uwe Weidemann schlug Werder Bremen II mit 2:0 und bleibt neben Erfurt und dem 1. FC Magdeburg, der das brisante Ost-Duell gegen Dynamo Dreaden mit 1:0 gewann, ungeschlagen. Auf den Plätzen drei und vier folgen der Wuppertaler SV und Kickers Emden, die ihre dritten Saisonsiege feierten.
Nach der Partie gegen Babelsberg, in der Braunschweig in Führung lag, einen Elfmeter an den Pfosten schoss und ab der 24. Minute nach einer Roten Karte für Martin Neubert in Überzahl spielte, verabschiedeten die 14 100 Zuschauer ihr Team mit einem gellenden Pfeifkonzert und Möhlmann raus-Rufen. Diese Niederlage ist nicht zu erklären, sagte Kapitän Dennis Brinkmann ratlos. Auch Möhlmann wirkte geknickt. Ich habe gedacht, dass wir schon weiter sind, meinte der Coach, der vor der Saison vom Zweitligisten Greuther Fürth zu den Niedersachsen gewechselt war. Trotz des Fehlstarts mahnte er zur Ruhe. Ich sehe noch keinen Grund zur Panik, betonte Möhlmann.
Ähnlich schlecht ist Rot-Weiss Essen gestartet. Der Zweitliga- Absteiger spielte 0:0 bei Borussia Dortmund II und steht mit zwei Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Euphorie herrscht dagegen in Düsseldorf, wo sich die Fortuna bislang als erfolgreicher Minimalist präsentierte. Die Rheinländer ergatterten mit insgesamt vier Toren bereits zehn Punkte und blieben weiter ungeschlagen sowie ohne Gegentreffer. Wir sind super gestartet. Klar, dass die Fans aus dem Häuschen sind, erklärte Düsseldorfs Torwart Michael Melka, der im Sommer von Borussia Mönchengladbach gekommen war und großen Anteil am Höhenflug besitzt.
Für Furore sorgen derzeit auch Rot-Weiß Ahlen und der Wuppertaler SV, der das direkte Duell beider Teams unerwartet deutlich gewann. Dabei erzielten Wuppertals Kapitän Mike Rietpietsch und Neuzugang Tobias Damm jeweils zwei Tore. Ahlen kassierte indes bereits zwölf Gegentreffer, war allerdings auch selbst zehn Mal erfolgreich und stellt mit Lars Toborg (fünf Tore) den besten Torjäger der Liga.
Die erste Saisonniederlage musste der Hamburger SV II beim 1:3 gegen den VfB Lübeck hinnehmen. Im Spiel der Aufsteiger kam Rot-Weiß Oberhausen trotz Überzahl gegen den FC Energie Cottbus II nicht über ein 0:0 hinaus. Der Cottbuser Verteidiger Arne Feick hatte in der 59. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen.
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