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Argentiniens Keeper kämpft gegen Kritik | 2006-06-24


Leipzig - Argentiniens Schlussmann Roberto Abbondanzieri ist ein Spätzünder. Zumindest, was seine internationale Fußball-Karriere betrifft.

Mit 31 Jahren absolvierte der Torwart des zweimaligen Weltmeisters am 6. Juni 2004 sein erstes Länderspiel. Im Jahr zuvor war er zum Keeper des Jahres in Südamerika gewählt worden. Doch Abbondanzieri, der nicht zu den 13 Spielern im Kader von José Pekerman gehört, die mit dem Trainer auch schon zu Junioren-Zeiten zusammenarbeiteten, kämpft bei dieser WM auch gegen seine Kritiker.

Allen voran hatten Verbandschef Julio Grondona und Diego Armando Maradona ihr Unverständnis darüber geäußert, dass Pekerman auf den beim Confed Cup bewährten German Lux gänzlich verzichtet hatte. Maradona erklärte Lux kurz vor der WM gar zur wahren Nummer Eins. Man sollte mir ruhig vertrauen, entgegnete Abbondanzieri.

Das tat Pekerman wie schon in der Qualifikation auch in den bisherigen drei Spielen und wurde nicht enttäuscht. Souverän gab Abbondanzieri der argentinischen Abwehr den nötigen Rückhalt. Gegen die Elfenbeinküste glänzte El Pato (die Ente) trotz des einzigen Gegentreffers in der Gruppenphase. Ohne Fehl und Tadel in der Strafraumbeherrschung, reaktionsschnell auf der Linie, und das alles ohne Sperenzien. Wir sind sehr zufrieden mit ihm, sagt Pekerman.

Besondere Stärke bewies Abbondanzieri, der im Gegensatz zum Großteil seiner Auswahlkollegen nicht den Schritt nach Europa wagte, bereits mehrfach beim Duell vom Elfmeterpunkt. 2003 entzauberte er den damaligen Champions-League-Sieger AC Mailand im Finale um den Weltpokal auf diese Weise. Insgesamt gewann Abbondanzieri mit den Boca Juniors, dem schärfsten Rivalen von Lux-Club River Plate, zwei Mal den Weltpokal (2000 und 2003) sowie drei Mal die Copa Libertadores (2000, 2001 und 2003).

Seine Länderspiel-Premiere 2004 gegen Paraguay endete aus seiner Sicht erfolgreich: Abbondanzieri, der seinen ersten internationalen Auftritt mit der U 17 des Verbandes 15 Jahre zuvor gefeiert hatte, kassierte keinen Treffer. Doch zur Nummer Eins avancierte der 1,86 m große und 89 kg schwere Torhüter erst im vergangenen Jahr unter Pekerman, der die Albiceleste im September 2004 von Marcelo Bielsa übernommen hatte.

Während der Torwart mit dem Namen, der länger ist als sein Ruhm (Neue Zürcher Zeitung), bei Boca seit seinem Wechsel 1997 von Rosario Central längst als kaum überwindbar gilt, hatte er in den Vorbereitungsspielen Zweifel an seiner Qualität aufkommen lassen. Es entbrannte eine Diskussion um die argentinische T-Frage, in die sich Maradona und Verbandschef Grondona einschalteten. Ihre Forderung: Rivale Lux muss mit nach Deutschland.

Er wisse zwar nicht, ob er der beste Torwart der Welt sei, sagt Abbondanzieri über sich. Aber ich glaube schon, dass der argentinische Torhüter der wichtigste ist. Diesen Status möchte ich so gut wie möglich verteidigen.


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