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Fan-Ansturm auf Stuttgart - Engländer randalierten | 2006-06-24


Stuttgart/Zürich - Das Sicherheitskonzept der Polizei in Stuttgart muss eine Belastungsprobe bestehen: Wegen der Achtelfinalspiele Deutschland-Schweden in München und England-Ecuador in Stuttgart selbst wird ein Ansturm vor allem deutscher und englischer Fans erwartet.

Die Polizei kündigte eine härtere Gangart gegen Störer an und zog bereits in der weit über 100 englische Fans nach Randale aus dem Verkehr. Bis zu 60 000 Engländer und 15 000 Ecuadorianer werden zum Achtelfinal-Duell beider Teams in Stuttgart erwartet. An den beiden Tagen sollen jeweils 1900 Beamte in der Stadt und landesweit mehr als 4000 Beamte im Einsatz sein.

Nach Pöbeleien und Randale am Stuttgarter Schlossplatz nahm die Polizei in der Nacht vor dem Spiel der deutschen Mannschaft gegen Schweden 122 englische Fans, darunter drei Frauen, in Gewahrsam. Wir haben ihnen die gelbe Karte gezeigt, dann gab es - wie im Fußball - Rot, sagte ein Polizeisprecher. Vorsorglich und als Abschreckung beantragte die Polizei, die Ingewahrsamnahmen für die aggressiven Fans bis zum Tag nach dem England-Achtelfinale aufrecht zu erhalten. Stephen Thomas, Leiter des britischen Polizeieinsatzes während der WM, sagte, die festgesetzten Engländer seien keine Hooligans. Bei der nächtlichen Randale wurde niemand verletzt.

Auch im Gottlieb-Daimler-Stadion liefen die Vorbereitungen auf die Begegnung unterdessen auf Hochtouren: Nach Auskunft eines OK-Stadionverantwortlichen in Stuttgart werden die Zäune zwischen den Sektoren erhöht, um die verschiedenen Fangruppen noch besser im Zaum zu halten. Sicherheitstechnisch haben wir mit England und Ecuador keine Höherstufung des Spiels. Es bleibt wie bei den Spielen zuvor bei der mittleren Stufe, also normal, sagte der OK-Sprecher weiter. Sorge bereiteten gefälschte Karten, die zunehmend im Umlauf seien.

Landespolizeipräsiden Erwin Hetger schloss ein Aufeinandertreffen englischer und deutscher Problemfans nicht aus. Eine bundesweite Mobilisierung von Hooligans sei jedoch nicht erkennbar.

Nach dem WM-Vorrundenspiel Schweiz-Südkorea (2:0) kam es auch in der Innenstadt von Zürich zu Ausschreitungen. Wie die Polizei mitteilte, wurden dabei zwei Beamte verletzt. Ein 18-Jähriger wurde festgenommen. An einer Straßenbahn-Haltestelle hätten Fußballfans mit Gegenständen um sich geworfen, Polizeibeamte wurden unter anderem mit Glasflaschen angegriffen.


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