Seoul - Nach der Niederlage Südkoreas gegen die Schweiz und dem damit verbundenen Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM ist die große Euphorie in der Heimat der Taeguk-Krieger in Enttäuschung umgeschlagen.
Die Südkoreaner seien niedergeschlagen, da sich ihre WM-Träume für die zweite Runde in Luft aufgelöst hätten, beschrieb die nationale Nachrichtenagentur Yonhap die Stimmung. Mehr als 300 000 rot-gekleidete Fans verließen zum Teil fassungslos die Straßen und öffentlichen Plätze im Zentrum von Seoul, wo sie die 0:2-Niederlage gegen die Schweiz auf Großleinwänden miterlebt hatten.
Viele Südkoreaner hatten sich wegen des Spielanpfiffs um 4.00 Uhr morgens koreanischer Zeit die Nacht um die Ohren geschlagen. Noch am Vorabend hatte sich unter den Fans auf den Straßen wie bei den beiden ersten Gruppenspielen gegen Togo (2:1) und Frankreich (1:1) Feststimmung breitgemacht. Mit Popkonzerten wurden die Fans die ganze Nacht hindurch aufgeheizt. Der jüngste WM-Hit Ihr seid meine Champions, unsere Champions! wurde endlos wiederholt.
Einige Zeitungen des Landes zeigten Bilder mit südkoreanischen Spielern, die nach dem Match in Hannover mit hängenden Köpfen auf dem Platz standen. In die Enttäuschung über die Niederlage gegen die Schweiz mischte sich bei den Koreanern jedoch auch große Verärgerung über die Schiedsrichterleistung. Vor dem zweiten Tor wollten viele Fans eine Abseitsstellung erkannt haben. Das Spiel sei von einer strittigen Entscheidung überschattet worden, titelte die Zeitung The Korea Times.
Die Erwartungen an den WM-Vierten von 2002 waren in Südkorea besonders groß, das Erreichen des Achtelfinales wurde als Pflicht gesehen. Dennoch wird den Spielern ein versöhnlicher Empfang bei der Rückkehr in die Heimat gewiss sein. Egal, wie die Ergebnisse ausfielen, sie kämpften gut, kommentierte die Zeitung Dong-A Ilbo.
Die koreanische (Profi-) Liga muss sich verbessern, damit sich das Nationalteam entwickeln kann, wurde der Nationaltrainer Dick Advocaat nach dem Schweiz-Spiel zitiert. Berichte, wonach Advocaat nach der WM zum russischen Verein Zenith Sankt Petersburg wechseln wird, bestätigte der Niederländer bisher nicht.
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