Arzt: Koller und Baros wurden falsch behandelt | 2006-06-24
Prag - Der Kölner Sportmediziner Tomas Velber hat im Zusammenhang mit den Verletzungen von Jan Koller und Milan Baros Vorwürfe gegen die Ärzte der tschechischen Nationalmannschaft erhoben.
Koller hätte im entscheidenden Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Italien (0:2) wohl eingesetzt werden können, wenn er nach seinem Muskelfaserriss im Auftaktspiel gegen die USA (3:0) richtig behandelt worden wäre, sagte Velber der Prager Zeitung Sport: Man hat ihm aber Kortison gespritzt und damit eine natürliche Heilung verhindert. Fachmänner würden eine solche Dummheit nie erlauben.
Der aus Tschechien kommende Mediziner war von Ärzten der Nationalmannschaft gebeten worden, Koller und Baros zu untersuchen. Er habe geschwiegen, solange Tschechien am Turnier teilgenommen hat, sagte Velber. Auch den erfolgten Kurzeinsatz von Baros gegen Italien hätte er nicht empfohlen, kritisierte der Mediziner: Er hatte (nach seiner Fußsohlenverletzung) kaum Gefühl im Fuß und belastet seit einem Beinbruch einen Fuß weniger als den anderen. Der tschechische Ärztestab müsse dringend modernisiert werden, forderte Velber: Als Beispiel können die Initiativen von Bundestrainer Klinsmann dienen.