Madrid - Zuerst mitleidig belächelt, dann frenetisch gefeiert: Bernd Schusters Team von Real Madrid hat die spanischen Fußballfans mit einem 5:0-Sieg beim FC Villarreal in Verzückung versetzt.
Fußball total, schwärmte das Sportblatt Marca auf der Titelseite. Die Zeitung El País bescheinigte Real gar eine Darbietung der Vollkommenheit. Gute Kritiken gab es auch für den Ex-Dortmunder Christoph Metzelder, der 90 Minuten durchspielte.
Vor kurzem noch hatten spanische Kommentatoren nach den mäßigen Partien der Königlichen in der Vorsaison gemunkelt, Schuster werde zu Weihnachten nicht mehr der Trainer des Rekordmeisters sein. Nun bescheinigten sie dem Deutschen, bei Real quasi eine Quadratur des Kreises bewerkstelligt zu haben. Man kann auch schönen Fußball spielen und obendrein gewinnen, meinte das Sportblatt As.
Dabei hatte das Punktspiel in Villarreal als eines der schwersten der ganzen Saison gegolten. Der Provinzclub war seit 18 Pflichtspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage hatte er Anfang April kassiert - bezeichnenderweise gegen Schusters damaliges Team FC Getafe. Real eroberte mit dem 5:0-Sieg nach nur zwei Spieltagen die alleinige Tabellenführung in der Primera División. In nur zwei Spielen boten die Madrilenen mehr spielerischen Glanz als in der gesamten vorigen Saison, meinte El País. Zuletzt hatte Real vor elf Jahren auswärts (in Bilbao) ein Ligaspiel mit 5:0 gewonnen.
Als Helden des Tages feierten die Madrilenen ihren Regisseur Wesley Sneijder, den sie gerade erst Ajax Amsterdam für 27 Millionen Euro abgeworben hatten. Schuster, der einstige Weltklassespieler, sah in dem Niederländer beinahe ein Abbild seiner selbst: Er erinnerte mich an einen blonden Fußballer, der vor Jahren den Ball ähnlich gespielt hatte, witzelte der Coach, den man in seiner aktiven Zeit den blonden Engel genannt hatte.
Sneijder habe im Stil eines Maradona gespielt, meinte Marca. Der 23-Jährige bereitete per Steilpass das 1:0 durch Kapitän Raúl (38. Minute) vor. Die Treffer zum 2:0 (48.) und 4:0 (73.) erzielte er selbst, womit er mit insgesamt drei Toren die Führung in der spanischen Torjägerliste übernahm. Zwischenzeitlich waren sein Landsmann Ruud van Nistelrooy (50.) und schließlich noch Guti (79.) erfolgreich.
Der deutsche Nationalspieler Metzelder, der durch eine Verletzung von Innenverteidiger Pepe in die Stammelf gekommen war, nutzte seine Bewährungsprobe. Zusammen mit dem Italiener Fabio Cannavaro bildete er ein Gespann, das mit Geld nicht zu bezahlen ist, meinte der argentinische Ex-Torwart Hugo Gatti, der jetzt als Kolumnist für As schreibt. Marca bescheinigte dem Verteidiger: Mit (dem Ex- Stuttgarter) Jon Dahl Tomasson hatte er keine Mühe.
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