Berlin - Weltmeisterliche Party in ganz Deutschland: Zum Beginn des WM-Achtelfinales hat der Massenansturm der Fans alle Rekorde gebrochen.
Schon vor dem Anpfiff des K.o.-Spiels Deutschland gegen Schweden in München tummelten sich 60 000 Menschen auf dem Fanfest im Olympiapark - die Polizei musste die Zugänge aus Sicherheitsgründen schließen. In Berlin machten die Behörden eine Stunde vor Spielbeginn alle Eingänge zur größten Fanmeile Deutschlands komplett dicht. In der Hauptstadt wurde mit rund 750 000 Besuchern eine neue Dimension erreicht. Auch aus anderen WM-Städten wie Hamburg, Leipzig, Frankfurt, Dortmund und Kaiserslautern hieß es: Alles dicht. Nach Polizeischätzungen waren diesmal bei den Fanfesten im ganzen Land vermutlich bis zu drei Millionen Menschen unterwegs.
In Frankfurt stürmten Zehntausende die Main-Arena. Kurzfristig öffneten in der Mainmetropole zahlreiche Kinosäle, damit die Anhänger das Spiel dort verfolgen konnten. In Frankfurt forderte die Polizei die Fans lange vor Spielbeginn dazu auf, nicht mehr zu den Live-Übertragungen des Spiels anzureisen. Die Main-Arena war mit 80 000 Menschen voll besetzt. In Dortmund wurde der mit 15 000 Fans gefüllte Friedensplatz vorzeitig abgesperrt.
Trotz der Platzausweitung in München von 35 000 auf 60 000 Besucher war die Kapazität schon lange vor dem Spiel erschöpft. Es geht gar nichts mehr, sagte ein Sprecher. Erstmals waren am Samstag für die Übertragung des Achtelfinals gegen Schweden vier Riesenleinwände aufgestellt und das Olympiastadion geöffnet worden. Insgesamt wurden am Wochenende in München rund 600 000 Gäste erwartet.
Stuttgart erlebte eine doppelte Belastungsprobe. Zu den Deutschland- und Schweden-Fans gesellten sich Zehntausende britische Schlachtenbummler, die ihr Team zum Sonntag-Achtelfinale gegen Ecuador in die baden-württembergische Landeshauptstadt begleiteten. Bis zu 60 000 Engländer und 15 000 Südamerikaner werden dann in der Stadt sein. Schon am Samstag sorgten einige britische Besucher für Ärger. Die Polizei nahm eine härtere Gangart als bisher ein und zog in der Nacht zum Samstag mehr als 100 englische Fans nach Randale aus dem Verkehr.
Auch in Leipzig herrschte schon am frühen Nachmittag Stunden vor dem Spiel zwischen Argentinien und Mexiko dichtes Gedränge im Stadtzentrum und auf dem Fanfest am Augustusplatz. Laut WM-Büro werden bis zu 55 000 ausländische Fans zum letzten WM-Spiel im einzigen ostdeutschen Spielort erwartet. Wir machen weiter, wir fliegen nicht raus, und wenn wir rausfliegen, machen wir eine gigantische Party, sagte Leipzigs Meilen-Veranstalter Joachim Horn.
Eine der kleinsten Fan-Gemeinden versammelte sich am höchsten und möglicherweise an einem heißen Sommertag auch kühlsten Punkt in Deutschland. Im Münchner Haus auf der Zugspitze verfolgten etwa 30 Bergsteiger aus Deutschland und Österreich in knapp 3000 Meter Höhe und bei 8 Grad Außentemperatur das Spiel Deutschland - Schweden im Münchner Flachland. Der Wirt sagte: Es wird wieder saugemütlich, egal, wer gewinnt.
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