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Städte rappelvoll und Fanfeste dicht bei WM-Party | 2006-06-24


Berlin - Die Städte rappelvoll, die Fanfeste dicht: Etwa drei Millionen Menschen haben bundesweit im Glanz des deutschen 2:0 im Münchner Achtelfinale über Schweden eine weltmeisterliche Party gefeiert.

Für das Viertelfinale am 30. Juni in Berlin heißt das, wer mitfeiern will, muss früh kommen: Lange vor Anpfiff musste die Polizei aus Sicherheitsgründen wegen des beispiellosen Ansturms die WM-Meilen in München, Berlin, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Stuttgart, Gelsenkirchen und Kaiserslautern schließen. Die Feste platzten aus allen Nähten. Nach den frühen Toren von Lukas Podolski (4. und 12. Minute) auf doppelte Vorarbeit von Miroslav Klose schäumte auch die Begeisterung der Massen über. In der Münchner WM-Arena sangen Zehntausende schon nach 15 Minuten Spielzeit Oh, wie ist das schön.

Berlin stellte zum Start ins WM-Achtelfinale den absoluten Rekord auf. Tut mir Leid, mehr gehen einfach nicht rein, sagte ein Polizeisprecher fast entschuldigend zur Schließung des Festgeländes auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. 750 000 Menschen, noch einmal 50 000 mehr als zum letzten deutschen Vorrundenspiel gegen Ecuador in Berlin, waren schon eine Stunde vor Spielbeginn da. Nach Angaben eines Senatssprechers hielten sich im gesamten Bereich der größten WM-Partymeile Deutschlands rund eine Million Menschen auf. Die nicht mehr hineingelassenen 250 000 Fans gingen nur zögerlich, hingen an Radios und feierten an Ort und Stelle im Tiergarten einfach weiter.

In München, Berlin und anderen Städten waren die Kapazitäten erhöht und auch neue Videowände aufgestellt worden. Es half nicht lange: Im Nu waren auch diese neuen Plätze dicht an dicht von schwarz-rot-goldene Fahnen schwenkenden Menschen besetzt. In Frankfurt, wo die Veranstalter an der Main-Arena sich von den Besuchern regelrecht überrannt fühlten, wurden kurzfristig zahlreiche Kino-Säle geöffnet, um den Fans dort die Spiele zu zeigen. In Düsseldorf und anderen Metropolen drängelten sich viele Menschen vor TV-Geräten in Schaufenstern und Kaufhäusern. Immer mehr Gastwirte locken Publikum mit herausgestellten Fernsehern an.

Bei meist hochsommerlichen Temperaturen und Sonnenschein war die Stimmung überall friedlich und fröhlich; viele Fans waren in Fahnen gehüllt, Männer feierten oben ohne, junge Frauen trugen teils gewagte Bikinis in ihren Landesfarben. Die Schweden feierten als tapfere Minderheit einfach mit. In Berlin malten sich die Fans beider Lager gegenseitig schwarz-rot-gold oder blau-gelb auf Wangen, Arme, Beine oder blanke Bäuche. Auch in Stuttgart, wo sich schon Zehntausende Engländer auf ihr Sonntag-Achtelfinale gegen Ecuador unter das deutsche und schwedische Volk mischten, gab es relativ wenig Probleme. Allerdings wählte die Polizei vorsorglich eine härtere Gangart als bisher und zog bereits in der Nacht zuvor etwa 120 zur Randale neigende Engländer vorsorglich aus dem Verkehr.

Vor dem zweiten Achtelfinale zwischen Argentinien und Mexiko in Leipzig füllten 15 000 Fans schon zum Deutschland-Match das Fanfest auf dem Augustusplatz komplett. Festmacher Joachim Horn konnte seine Ankündigung auf jeden Fall wahr machen: Wir machen weiter, wir fliegen nicht raus, und selbst wenn wir rausfliegen, machen wir eine gigantische Party.

Im Flachland begann das Anschlussfest auf zahlreichen Hauptstraßen der Innenstädte nur Minuten nach dem Münchner Schlusspfiff mit ohrenbetäubenden Hupkonzerten der traditionellen Autokorsos und mit Zehntausenden auf den Boulevards und Plätzen tanzenden Menschen.


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