Dortmund - Bei Weltmeister Brasilien ist nach dem erfolgreichen Aufstand der Reservisten gegen Japan der Kampf um die Stammplätze entbrannt.
Ich glaube, Parreira bereitet es Kopfschmerzen, was für Ersatzspieler er hat, sagte Mittelfeldstratege Kaká vor dem Achtelfinale in Dortmund gegen Ghana. Nationaltrainer Carlos Alberto Parreira zeigt sich zumindest nach außen gelassen: Wir sind nicht nur elf Spieler, sondern viel mehr. Aber das ist kein Problem, sondern verspricht gute Lösungen. Allerdings bangt der Titelverteidiger um Robinho: Der 22 Jahre alte Stürmer zog sich im Training in Bergisch Gladbach eine Oberschenkelverletzung zu.
Vor allem die Routiniers Zé Roberto und Emerson im defensiven Mittelfeld müssen um ihre Stammplätze bangen. Denn beim glanzvollen 4:1-Sieg im letzten Vorrundenspiel in Dortmund überzeugten an ihrer Stelle vor allem Juninho von Olympique Lyon und Gilberto Silva von Arsenal London. Gilberto Silva war schon 2002 in Südkorea und Japan 2002, nachdem Emerson kurz vor WM-Beginn wegen einer Schulterverletzung ausgefallen war.
Damals hatten alle erwartet, dass Juninho nachnominiert würde, doch der Freistoß-Spezialist musste zu Hause bleiben. Nachdem ihn seine Kollegen in Frankreich kürzlich zum Fußballer der Saison gewählt hatten, reiste der 31-Jährige mit großen Hoffnungen nach Deutschland. Mein Herz sagt mir jedes Mal, dass ich spiele - aber es betrügt mich, klagte Juninho nach den ersten beiden Vorrundenspielen. Gegen Japan stand er endlich auf dem Platz, und als die Nationalhymne gespielt wurde, hatte er Tränen in den Augen. Für mich fängt die WM jetzt erst an, sagte Juninho nach seiner famosen Vorstellung und dem Tor zum 2:1.
Die Auftritte aller Ersatzspieler waren sehr gut. Zwei haben sogar Tore geschossen: Gilberto und Juninho, sagte Kaká, der seinen Vertrag beim AC Mailand bis 2011 verlängert hat. Aber ich glaube, Parreira hat sein Team im Kopf. Leider können nicht alle spielen. Roberto Carlos, Emerson und Adriano machten jedenfalls keine fröhlichen Gesichter, als sie nach dem 4:1 aus der Kabine kamen. Confed-Cup-Torschützenkönig Adriano von Inter Mailand hat Robinho im Nacken sitzen. Der lauffreudige Jungstar von Real Madrid schuf nicht nur Räume für seinen Vereinskollegen Ronaldo, sondern war auch eine viel bessere Anspielstation für Kaká und Ronaldinho.
Als sicher gilt, dass gegen Ghana Cicinho (Real Madrid) in der Abwehr wieder Cafú Platz machen muss. Der 36 Jahre alte Kapitän ist bei Parreira gesetzt und kann zudem Geschichte schreiben: Mit seinem 16. Sieg in einem WM-Spiel würde er Ronaldo sowie die deutschen Ex- Nationalspieler Wolfgang Overath und Lothar Matthäus (beide 15) übertreffen.
Im Gegensatz zu Juninho macht sich Bundesliga-Profi Gilberto von Hertha BSC keine großen Hoffnungen, noch einmal den Platz von Roberto Carlos einzunehmen. Der Abwehrspieler durfte gegen Japan überraschend auflaufen und erzielte sogar ein Tor. Ich hatte diese Möglichkeit, weil der Stammspieler auf dieser Position geschont wurde. Er kommt im nächsten Spiel bestimmt zurück, sagte Gilberto. Kein Kopfzerbrechen über interne Konkurrenz muss sich Ronaldo nach seinen beiden ersten Toren machen. Ich glaube, Parreira hat ein großartiges Team an der Hand, sagte der wiedererstarkte WM-Torschützenkönig von 2002.
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