Mexiko-Stadt - Mexiko eliminiert. Mexiko wiederholt die Geschichte immer wieder. Der Sieg war so nah und doch so fern. So lauteten die ersten Reaktionen der mexikanischen Medien nach Mexikos Achtelfinalspiel der Fußball-WM der Tri gegen die Elf von Argentinien.
Sie spiegelten wider, was die Menschen in dem nordamerikanischen Land an diesem Nachmittag empfanden: tiefe Enttäuschung und große Trauer. Ein argentinischer Sonntagsschuss in der Nachspielzeit machte dem Traum der Mexikaner ein vorzeitiges Ende.
Dieses Mal hatten die Mexikaner gehofft, mit Fleiß und Hartnäckigkeit mindestens ins Halbfinale zu gelangen. Als es am späten Nachmittag so weit war, da kämpften viele der Millionen Zuschauer mit den Tränen. Wir hätten den Sieg verdient gehabt, jammert ein Mitfünfziger in nationaler Kriegsbemalung auf der Prachtstraße Paseo de la Reforma im Zentrum der Hauptstadt. Dort, rund um das Unabhängigkeitsdenkmal mit dem goldenen Engel, war eines der großen Feste Mexikos geplant.
Hundertschaften der Polizei waren entlang der Prachtstraße bis zum sechs Kilometer entfernten zentralen Platz, dem Zócalo, in Stellung gegangen. Ebenso ambulante Stationen mit Ärzten und Sanitätern. Im Falle eines Sieges werden wir wohl viel Arbeit bekommen. Dann trinken die Leute eine Menge, sagte eine der Dienst habenden Ärztinnen in der Halbzeit, als es 1: 1 stand und noch alles offen war.
Doch es blieb alles ruhig. Mexiko ist traurig. Die meisten Menschen, hatten sich das Spiel gegen Argentinien im eigenen Fernsehsessel angesehen. Nur noch wenige gingen auf die Straßen. Unverdrossene Minderheiten fuhren hupend durch die Straßen, schwenkten ihre Fähnchen und riefen: Mexiko, Mexiko. Doch ihr Rufen ging bald im normalen Wochenendverkehr unter, und im Fernsehen liefen wieder Serien. Rasch zogen Polizisten und Sanitäter auch wieder ab.
Abermals war Präsident Vicente Fox derjenige, der seinen leidenden Landsleuten Mut zusprach und sie aufzumuntern versuchte. Die Niederlage schmerzte auch ihn. Aber er fügte hinzu: Wir müssen so weiterspielen wie heute. Das ist das Mexiko von heute: fester Griff, Kampf, Kraft und Beherrschtheit, so ist es (Mexiko) heute in dem Spiel geworden. Es ist die Botschaft seiner zu Ende gehenden Amtszeit. Am 2. Juli wählt Mexiko einen neuen Präsidenten.
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