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Portugals Zukunft heißt Scolari | 2006-06-25


Nürnberg - Er ist der erfolgreichste portugiesische Nationalcoach aller Zeiten, er ist geadelt durch den Titelgewinn mit Brasilien und weist die beste WM-Siegesserie aller Trainer auf.

Kein Wunder, dass der portugiesische Fußballverband an einer weiteren Zusammenarbeit mit Luiz Felipe Scolari interessiert ist. Nach der WM soll der Vertrag besiegelt werden, Scolari soll die seleccao bis zur Europameisterschaft 2008 betreuen. Nach Meinung von Kapitän Luis Figo gibt es ohnehin keinen besseren Trainer. Seit Scolari ist alles anders. Schade, dass er nicht schon früher mit uns gearbeitet hat. Er ist der beste Trainer, den wir je hatten, befand Figo.

Für Altstar Figo ist der brasilianische Weltmeistercoach ohnehin ein Glücksfall. Scolari richtete den nach dem verlorenen EM-Finale 2004 deprimierten Star-Kicker, der zudem von Real Madrid abgeschoben wurde, wieder auf und weckte in ihm die Lust auf Fußball neu. Wenn Scolari seine Vertragsverlängerung perfekt macht, ist denkbar, dass auch Figo bis zur EM in der Schweiz und in Österreich in zwei Jahren weiter spielt.

Was macht diesen Trainer, der selbst ein eher mittelmäßiger Fußballer war, so erfolgreich? Ich habe kein Erfolgsgeheimnis. Es ist halt so, dass meine Mannschaften häufiger ein Tor mehr schießen als der Gegner, sagte Scolari. Außerdem habe ich auch immer mit guten Teams gearbeitet.

Scolari gilt in der Branche als strenger Regimentsführer. Der 57 Jahre alte Fußball-Lehrer geht konsequent seinen Weg, steht auch für unpopuläre Personalentscheidungen und lässt sich von der Vorherrschaft der großen Clubs wie Benfica Lissabon, Sporting Lissabon und FC Porto nicht beeinflussen. Für die Nationalspieler ist er eine Vaterfigur. Meine Spieler sind meine Kinder, mit denen man auch mal schimpfen muss, sagte er schmunzelnd. Auch der große alte Mann des portugiesischen Fußballs, Eusebio, lobt die Wandlung im Team. Der Erfolg ist da, weil die ganze Mannschaft wie eine große Familie ist, sagte der WM-Dritte von 1966.

Wer den Sohn italienischer Einwanderer bei der täglichen Trainingsarbeit beobachtet, erlebt meist einen freundlichen, scherzenden Mann, der am liebsten selbst noch mitspielen möchte. Für mich als Brasilianer ist Fußball eine Religion, sagte Scolari, der als Kind eine katholische Schule besucht hat und noch heute regelmäßig in die Kirche geht. Im Trainingsquartier in Marienfeld sucht er frühmorgens das über 800 Jahre alte Zisterzienserkloster auf, um fernab des Rummels Ruhe zu finden. Im Gepäck hat er seit der EM 2004 die portugiesische Madonna nossa sra fatima als kleine Holzfigur, die er von einem Fan als Glücksbringer bekommen hat.

Scolari ist bekannt für seine besonderen Methoden. Als brasilianischer Nationalcoach empfahl er seinen Kickern einst die Lektüre des alten Chinesen Sun Tzu (Die Kunst des Krieges). Manchmal muss ich auf die verbogensten Kräfte zurückgreifen, sagte Scolari. Anerkennung findet der Brasilianer auch im Kollegenkreis. Der Niederländer Marco van Basten lobte Scolari als besonderen Trainer. Er hat das gewisse Händchen. Die Art und Weise, wie er von der Bank aus ein Spiel beeinflussen kann, hat mich sehr beeindruckt, meinte der Bondscoach.


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Die Statistik vom 26. Bundesliga-Spieltag

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