Hannover - Fiasko für Fernost: Vier Jahre nach den Erfolgen bei ihrer Heim-WM sind Südkorea und Japan bei der Weltmeisterschaft in Deutschland früh gescheitert. Auch Iran und Saudi-Arabien flogen raus - Asiens Fußball steht nach der Vorrunde mit leeren Händen da.
Besonders Südkorea konnte fernab der Heimat nicht an die Leistung von 2002 anknüpfen, als das Team unter der Regie von Guus Hiddink sensationell Vierter geworden war. Mit Hiddinks niederländischem Landsmann Dick Advocaat als Coach dagegen besiegelte Südkorea mit der 0:2-Niederlage gegen die Schweiz in Hannover das WM- Aus - und löste in der Heimat, in der die Erwartungen vor dem Turnier groß waren, tiefen Frust aus.
Trauriges Morgengrauen, schrieb die Zeitung Dong-A Ilbo - das Spiel gegen die Schweiz wurde um 04.00 Uhr morgens koreanischer Zeit angepfiffen. Chosun Ilbo schimpfte: Der asiatische Fußball versagte. Ähnlich enttäuscht waren bereits die japanischen Medien nach dem WM-Aus-gewesen: Nikkan Sports sprach von einer vernichtenden Niederlage, Yomiuri Shimbun von einer totalen Niederlage für Japan.
Nippons brasilianischer Coach Zico dagegen war trotz des frühen Scheiterns nicht sonderlich enttäuscht, obwohl Japan vor vier Jahren noch im Achtelfinale stand: Wir können jedem Team auf Augenhöhe begegnen, sagte der 53-Jährige nach der Niederlage im letzten Vorrunden-Spiel gegen Brasilien (1:4). Dass wir das Achtelfinale nicht erreicht haben, macht die Arbeit von vier Jahren nicht kaputt.
Zicos Mission in Japan aber ist beendet, der weiße Pele hört als Nationalcoach auf - mit einer abschließenden Analyse: Japans Fußball brauche generell noch mehr Professionalität, seine begabten Protagonisten brauchten mehr Wettbewerb, mehr internationale Herausforderungen. Und sie müssen athletischer werden, sie müssen physisch zulegen, forderte Zico.
In Südkorea stehen die Zeichen ebenfalls auf Trainerwechsel - obwohl Advocaat seine Zukunft zunächst offen ließ: Ich bin zu enttäuscht, um darüber zu sprechen. Ich werde darüber in Ruhe nachdenken. Dafür forderte der niederländische Coach: Wenn unsere Nationalmannschaft besser werden soll, muss auch die koreanische Liga besser werden. Die meisten Südkoreaner spielen noch in der Heimat - nur wenige, wie Mittelfeldstar Park Ji-Sung (Manchester United), haben den Sprung in europäische Top-Ligen geschafft.
Einer, der noch zu Hause spielt, ist Lee Chun-Soo (Ulsan Hyundai). Ich glaube, wir haben sehr gut gespielt, in Zukunft müssen wir uns aber besser vorbereiten, sagte der Stürmer, den es in die Fremde zieht: Ich würde gerne in Europa spielen. Ich glaube, dort könnte ich mich zu einem besseren Spieler entwickeln.
An internationaler Erfahrung mangelte es auch Saudi-Arabien - immerhin schlugen sich die Wüstensöhne achtbarer als bei der WM 2002, als es unter anderem eine 0:8-Klatsche gegen Deutschland setzte.
Tiefe Depression herrschte dagegen im Iran - das im Vorfeld als bestes iranisches Team aller Zeiten gefeierte Ensemble schied sang- und klanglos aus. Der iranische Fußball steht vor einem kompletten Neuanfang: Verbands-Präsident Mohammad Dadkan wurde von der Regierung in Teheran gefeuert, Trainer Branko Ivankovic kam seiner Entlassung mit dem Rücktritt zuvor.
Freiburg und Bochum trennen 1:1Gut 2000 Zuschauer bei WM-Feuerwerk am RheinGladbach vor Thijs-Verpflichtung - Böhme daBremer kontern Münchner KampfansagenWerder Bremen muss bwin-Trikots zu Hause lassenOffenbach übernimmt in Aalen TabellenspitzeUnion: Biermann fällt gegen Werder ausMeldeauflagen für Hooligans rechtmäßigKlose muss mit Training pausierenWiesel Aufsichtsratsvorsitzender bei Hannover 961818 |
1782 |
1016 |
1820 |
1346 |
13012 |
13649 |
13703 |
13978 |
13171 |