Stuttgart - Nach Krawallen in der Stuttgarter Innenstadt hat die Polizei fast 400 englische Schlachtenbummler in Gewahrsam genommen.
Die meisten von ihnen konnten auch zum Achtelfinalspiel England - Ecuador nicht auf den Fanfesten mitfeiern, da sie die City bis zum Morgen nach dem Spiel nicht betreten durften. Die Stadt hat einen Platzverweis ausgesprochen, sagte ein Polizeisprecher. Diejenigen, die eine Karte für das 17-Uhr-Spiel im Gottlieb- Daimler-Stadion hätten, dürften allerdings live dabei sein. Die genaue Zahl der Roten Karten für die Anhänger konnte der Sprecher zunächst nicht nennen.
Die betrunkenen englischen Fußballanhänger hatten nach dem Spiel Deutschland - Schweden (2:0) in der Innenstadt randaliert. Erneut flogen Stühle, Tische und Flaschen - es gab fünf Verletzte. Auch einige deutsche Fans seien an den Auseinandersetzungen beteiligt gewesen und in Gewahrsam genommen worden. Rund 250 Polizisten hatten die Schlachtenbummler über mehrere Stunden eingekesselt und dann 378 Menschen nach und nach weggebracht.
Unterdessen wurde die Prüfung der 122 Engländer, die bereits in der Nacht vor dem Achtelfinale zwischen Deutschland und Schweden nach Ausschreitungen in Gewahrsam genommen worden waren, abgeschlossen. 117 von ihnen bleiben für zwei Tage festgesetzt. Sie wurden auf verschiedene Gefängnisse verteilt, sagte der Polizeisprecher weiter. Fünf Randalierer kamen frei.
Zum Spiel der englischen Mannschaft gegen Ecuador, dem fünften WM-Spiel in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, werden bis zu 60 000 Engländer und bis zu 15 000 Ecuadorianer erwartet. Die Polizei sei darauf eingestellt, dass es wieder zu Zwischenfällen mit Betrunkenen kommen kann, sagte ein Sprecher. 1900 Beamte sollen im Einsatz sein.
Die britische Zeitung The Independent ruft die Engländer zu besserem Benehmen auf: Die englischen Fans haben einiges gutzumachen. Vielleicht sollten sie den Sonntag mit einem Besuch des impressionistischen Kunstmuseums in Stuttgart beginnen und sich dann in einer anständigen Schlange am Stadion anstellen. Den Deutschen sollten sie zunächst zu ihrem Sieg über Schweden gratulieren und das wenn möglich auf Deutsch. Beim Spielen der beiden Nationalhymnen bitte ruhig stehen bleiben und während des Spiels nicht fluchen. Egal wie es ausgeht, nach Spielende kann man sich ein oder zwei kühle Biere schmecken lassen, aber danach sollte Schluss sein, vor allem bei der Hitze. Come on, England, reißt euch zusammen, ihr schafft es.
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