Berlin - Miroslav Klose und Lukas Podolski müssen sich gegen Argentinien in Acht nehmen. Auf Deutschlands Traum-Duo wartet in Gabriel Heinze kein Erzengel, sondern ein Notbremser.
Heinze grätsche den Mexikaner Jose Fonseca um, frei nach der Devise: Eins darf nur vorbei - Ball oder Gegner, vor allem wenn hinter einem selbst nur noch der eigene Torhüter bibbert.
Schiedsrichter Massimo Busacca zeigte beschwichtigend auf Heinzes Mannschaftskollegen Javier Saviola, der noch einigermaßen in der Nähe stand. Busacca wollte damit ausdrücken: Heinze war nicht der letzte Abwehrspieler. Keine Notbremse, keine Rote Karte. Stimmt nicht: Der Deutsche Fußball-Bund erklärt in zehn farbenfrohen Zeichnungen mit Grundschulcharme, was als Notbremse zu werten ist und was nicht. Demnach hätte Heinze vom Platz gehört.
Natürlich konnte sich Busacca keine Tafel aufstellen. Wäre auch gar nicht nötig gewesen: Heinzes Brutalo-Foul selbst taugte für Rot. Immerhin gab es noch ausgleichende Gerechtigkeit, als Argentinien das vermeintliche 2:1 zu Unrecht wegen Abseits aberkannt wurde. Ein Glück, denn das echte Siegtor war danach noch viel schöner.