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Mexiko zwischen Tränen und Trotz - Schiri-Kritik | 2006-06-25


Leipzig - Fassungslos haderten die Mexikaner mit dem Schicksal und mit dem Schiedsrichter. Verzweifelt und erschöpft suchten sie nach dem Achtelfinal-Aus gegen Argentinien eine Erklärung, warum die ganze Ungerechtigkeit des Fußballs ausgerechnet sie getroffen hatte.

Ich frage Gott, warum immer andere das Fitzelchen Glück haben und nicht wir, stöhnte Stürmer Guillermo Franco. Ich vertraue weiter in Gott, aber es gibt Dinge im Leben, die verstehe ich nicht - und dieses Spiel gehört dazu.

Maxi Rodriguez Sonntagsschuss in der dramatischen Nacht von Leipzig hatte die Mexikaner mitten ins Herz getroffen. Trotz einer beeindruckenden Leistung scheiterten sie durch das 1:2 in der Verlängerung zum vierten Mal in Folge im Achtelfinale einer WM.

Während der tief religiöse Franco höhere Mächte anrief, machte Jared Borgetti den Schweizer Referee Massimo Busacca für die Niederlage verantwortlich. Die individuellen Stärken des Schiedsrichters haben den Unterschied ausgemacht. Er hat zwei Traumtore gemacht, sagte der Stürmer. Gemeint war: Er hätte Heinze zwei Mal Rot zeigen müssen, in der ersten Halbzeit beim Foul gegen Fonseca und später, als er mir ins Gesicht schlug. Und jedes Mal hat der Schiedsrichter die Frechheit zu sagen, dass er es gesehen hat, es aber keine Absicht war. In der Tat war der Referee der hohen Intensität des Spiels in mehreren Situationen nicht gewachsen.

In die tränenfeuchte Trauer und die Wut der Mexikaner mischte sich aber auch Stolz. Jeder konnte sehen, dass wir mit Argentinien auf Augenhöhe waren, das muss man anerkennen, kommentierte Trainer Ricardo La Volpe, der nun auf eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages hofft. Und Verteidiger Pavel Pardo sagte: Mexiko hat auf demselben Niveau wie Argentinien gespielt, war nie unterlegen und hätte mehr verdient. Es ist eine Schande, denn die Mannschaft hat bei dieser Weltmeisterschaft gezeigt, dass sie das Zeug hatte, weit zu kommen. So eine Niederlage tut sehr weh.

Statt eines Sieges gab es jedoch nur warme Worte. Ich kann Mexiko nur beglückwünschen. Die Mannschaft hat uns zu jeder Zeit unter Druck gesetzt, lobte Argentiniens Fußball-Idol Diego Armando Maradona. Und der mexikanische Präsident Vicente Fox sagte: Wir müssen so weiterspielen wie heute. Das ist das Mexiko von heute: fester Griff, Kampf, Kraft und Beherrschtheit.

Tatsächlich hatten die Mexikaner den großen Favoriten am Rande einer Niederlage. Mit kaum fassbarer Energie zermürbten sie die Argentinier, rannten, attackierten und störten immer wieder. Es war eine taktische Meisterleistung auf hohem spielerischem Niveau. Doch während Abwehr und Mittelfeld sich in Weltklasse-Form präsentierten, fehlte es für die Überraschung an internationaler Klasse im Angriff.


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