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Stunde der Rache für Italien - Schweiz will Sieg | 2006-06-25


Berlin - Für Fußball-Italien ist die Stunde der Revanche gekommen: Im WM-Achtelfinale gegen Australien will die Squadra Azzurra eine vier Jahre alte Rechnung mit Guus Hiddink begleichen, der 2002 als Trainer von Gastgeber Südkorea für den vorzeitigen K.o. der hoch gehandelten Italiener sorgte.

Jetzt werden wir Rache nehmen, kündigte Torhüter Gianluigi Buffon vollmundig an. Weitaus weniger emotional geht es im zweiten Duell des Montags zu, in dem die Schweiz gegen die Ukraine ihren Höhenflug fortsetzen und erstmals seit 52 Jahren den Vorstoß in ein WM-Viertelfinale perfekt machen will. Jetzt kann der Traum beginnen, gab sich Mannschaftskapitän Johann Vogel zuversichtlich.

Während die Italiener vor ihren zweiten Auftritt in Kaiserslautern kräftig Stimmung machten, ist für den Holländer Hiddink das erneute Aufeinandertreffen mit dem dreimaligen Weltmeister ein ganz normales Spiel. Italien hat ein ganz anderes Team, einen anderen Trainer. Sie sind viel stärker. Nur eines ist wieder so wie 2002: Italien ist der haushohe Favorit und wir werden wieder alles versuchen, versprach der 59-jährige Weltenbummler.

Der Respekt vor dem Außenseiter ist in Italien groß. Vorsicht, Hiddink hat wieder eine Falle aufgestellt!, warnte die La Gazzetta dello Sport. Diesmal wollen die Azzurri aber nicht hineintappen. Wir werden sie nicht unterschätzen, aber wir wissen, was wir können, sagte Nationaltrainer Marcello Lippi selbstbewusst. Dennoch bereitete er sein seit 21 Spielen ungeschlagenes Team mit ausgiebigen Video-Sitzungen vor und ließ sogar Elfmeterschießen trainieren.

Bis auf den verletzten Alessandro Nesta will der Coach die Elf des 2:0-Sieges gegen Tschechien aufbieten. Für den an einer Adduktorenzerrung leidenden Verteidiger soll Marco Materazzi an der Seite von Abwehrchef Fabio Cannavaro spielen. Bei den Australiern wird Mark Schwarzer für den gegen Kroatien formschwachen Zeljko Kalac ins Tor zurückkehren. Sorgen macht sich Hiddink noch um den Einsatz von Harry Kewell. Der Star musste beim Abschlusstraining der Socceroos wegen Leistenproblemen passen.

Vor dem Duell der Außenseiter in Köln ist die Euphorie in der Schweiz und in der Ukraine schier grenzenlos. Mit dem Einzug ins Achtelfinale haben beide Mannschaften ihre Vorgabe erfüllt, was jetzt kommt, ist Zugabe. Vor allem die Eidgenossen, die die Gruppenphase als einziges Team ohne Gegentor überstanden und sogar Titelkandidat Frankreich hinter sich ließen, träumen von höheren Zielen und sehen sich gegen den WM-Neuling als Favorit. So ein Team gibt es vielleicht in 100 Jahren nicht mehr, schwärmte Trainer Köbi Kuhn von seiner Nati.

Sein Gegenüber Oleg Blochin hofft, dass die Ukraine beim Start in die K.o.-Runde endlich ihr großes spielerisches Potenzial zeigen kann, blieben Andrej Schewtschenko und Co. doch bisher weit unter ihren Möglichkeiten. Im Achtelfinale haben wir sowieso nichts mehr zu verlieren. Da kommen noch mehr Adrenalin und Emotionen hinzu, sagte der Leverkusener Andrej Woronin, der an alter Kölner Wirkungsstätte auf seinen Vereinskollegen Tranquillo Barnetta trifft.

Viel wird davon abhängen, ob Torjäger Schewtschenko im ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften wieder zur Klasse vergangener Tage findet. Ich habe bei Andrej während dieser WM noch keine hundertprozentige Fitness gesehen, klagte Blochin. Die Formschwäche des Angreifers nach seiner Knieverletzung kommt den Schweizern sehr gelegen. Er ist immer für ein Tor gut und seit x Jahren der gefährlichste Stürmer in Europa, sprach Kapitän Vogel voller Hochachtung von dem Angreifer, mit dem er bisher beim AC Mailand zusammenspielte. Ähnlich groß ist der Respekt der Ukrainer vor dem zweifachen Turnier-Torschützen Alexander Frei.


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