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Karimi kritisiert Ex-Iran-Trainer Ivankovic | 2006-06-25


Teheran - Auch nach der Rückkehr in die Heimat kommt die iranische Fußball-Nationalmannschaft nicht zur Ruhe. Während der entlassene Verbandspräsident die staatliche Sportbehörde scharf kritisierte, entschuldigte sich Ali Karimi bei den Fans für das Vorrunden-Aus bei der WM.

Zugleich attackierte der Spieler vom FC Bayern München den zurückgetretenen Nationaltrainer Branko Ivankovic. Er war nicht qualifiziert genug, um uns zum Erfolg zu führen. Er hatte noch nicht einmal den Mumm, mit uns in den Iran zurückzukehren, sagte Karimi in Teheran der Nachrichtenagentur ISNA.

Der 27-jährige Mittelfeldakteur fehlte aus disziplinarischen Gründen im letzten Vorrundenspiel gegen Angola (1:1), weil er zuvor bei einer Auswechslung gegen eine Sporttasche getreten hatte. Ich entschuldige mich beim iranischen Volk, sagte Karimi dazu.

Der von der staatlichen Sportbehörde entlassene Verbandschef Mohammad Dadkan sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Der Fußball-Verband ist seit 25 Jahren der staatlichen Sportbehörde unterstellt, was schon mehrfach Kritik des Fußball-Weltverbandes FIFA hervorrief. Die Frage ist doch, wer den Sport im Land führen sollte. Sportexperten wie wir oder Menschen wie Vize-Präsident Aliabadi, sagte Dadkan der ISNA. Und: Diese Leute haben mich nicht zum Verbandspräsidenten gewählt und haben auch kein Recht, mich zu entlassen. In näherer Zukunft werden sie entlassen werden.

Die FIFA kündigte derweil an, bei der iranischen Mitgliedsorganisation Aufklärung für die Umstände der Entlassung Dadkans zu verlangen. Wir werden einen Brief an den Verband schicken, sagte FIFA-Mediendirektor Markus Siegler auf dpa-Anfrage. Nach den FIFA-Statuten ist eine Einmischung von Regierungen in Verbandsangelegenheiten nicht gestattet und kann sanktioniert werden.

Am Teheraner Flughafen waren Polizeikräfte zusammengezogen worden, um bei der Rückkehr der iranischen Delegation am Samstag Proteste enttäuschter Fans zu verhindern. Nach ISNA-Angaben waren diese Vorsichtsmaßnahmen jedoch überflüssig, da sich kein Anhänger der iranischen Kicker am Flughafen sehen ließ. Im Flughafen-Gebäude waren nur Vertreter des Sportkanals des staatlichen Fernsehens zugelassen. Alle anderen Journalisten durften den Flughafen nicht betreten.

Ivankovic kehrte in seine Heimat Kroatien zurück, der ebenso umstrittene Mannschaftskapitän Ali Daei startete nach ISNA-Angaben mit seiner Frau zu einem USA-Urlaub. Karimi war der einzige der vier Bundesliga-Legionäre, der mit dem Team in den Iran zurückkehrte. Eine Entscheidung der Sportbehörde über Dadkans Nachfolge steht noch aus.


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