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REGELRECHT: Eigentor | 2006-06-25


Berlin - Der argentinische Stürmer Hernan Crespo hat im WM-Achtelfinalspiel gegen Mexiko (2:1 nach Verlängerung für Argentinien) von der neuen Eigentor-Auslegung des Fußball-Weltverbandes FIFA profitiert.

Demnach sollen abgefälschte Bälle, die zu Treffern führen, nicht den Verteidigern angelastet, sondern den Stürmern auf dem Torkonto gut geschrieben werden. Daher wurde der Mexikaner Jared Borgetti, der zunächst als Eigentorschütze für Argentinien (10. Minute) erkannt wurde, im Nachhinein entlastet und stattdessen dem Argentinier Hernan Crespo der Treffer zugesprochen.

Im Sinne der Fairness, des positiven Spiels und des Schutzes der Spieler sollte im Zweifel für den Angreifer entschieden werden, erklärte Holger Osieck, der Leiter der Technischen Studiengruppe der FIFA (TSG), die Marschroute des Weltverbandes.

Eigentore sind bei FIFA WM-Endrunden selten: In den 644 Spielen von 1930 bis 2002 waren es gerade 24, wobei vielfach strittig war, ob sie nicht doch auf das Konto des Angreifers gehen sollten. Aus diesem Grund gab die FIFA im April 1997 Richtlinien heraus, in denen ein Eigentor wie folgt definiert wurde: Ein Spieler spielt den Ball direkt ins eigene Tor oder er lenkt einen Schuss, eine Flanke oder einen Pass eines Gegenspielers ins eigene Tor. Dagegen gilt nicht als Eigentor, wenn Schüsse auf das Tor, die von einem Verteidiger abgefälscht oder von der Torumrandung abprallen, von einem Verteidiger oder vom Torwart ins Tor gelenkt werden.

Um umstrittene Treffer wie bei der WM 2002 besser beurteilen zu können, präzisierte die FIFA die Richtlinie wie folgt: Wird ein Schuss aufs gegnerische Tor von einem Mitspieler ungewollt abgefälscht, wird der Treffer dem Spieler gutgeschrieben, der den Schuss aufs Tor ursprünglich abgegeben hat. Wird ein Schuss aufs gegnerische Tor absichtlich abgelenkt, wird der Treffer dem Spieler gutgeschrieben, der mit seiner Aktion die Flugbahn des Balles geändert hat. Wird ein Schuss, der am Tor vorbeigegangen wäre, von einem Mitspieler ins gegnerische Tor abgefälscht oder abgelenkt, wird der Treffer natürlich diesem Spieler gutgeschrieben.


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