Berlin - Ohne Halbzeit geht es nicht: Millionen Fans nutzten die Pause beim WM-Auftakt zwischen Deutschland und Costa Rica (4:2) zu ganz menschlichen Verrichtungen. Das war eindeutig die Pinkelpause, sagte eine Sprecherin der Münchner Stadtwerke.
In der bayerischen Landeshauptstadt stieg während der Spielunterbrechung für 15 Minuten der Wasserverbrauch pro Sekunde auf 5254 Liter an. Vor dem Spiel sind nur 3532 Liter pro Sekunde verbraucht worden.
Drastisch auch die Zahlen aus Bremen: Während des Spiels errechnete der Energieversorger swb einen durchschnittlichen Verbrauch von 3670 Kubikmetern pro Stunde. In der Halbzeit schnellte die gezogene Wassermenge auf 6000 Kubikmeter hoch. Auch die TV-Seher in Stuttgart und Umgebung benötigten viel zusätzliches Wasser in der Halbzeit. Der Wert stieg von 1700 Liter pro Sekunde auf mehr als 2000 Liter. Der niedrigste Verbrauch wurde mit nur 1200 Liter pro Sekunde in der spannenden zweiten Halbzeit gemessen, als sich kaum jemand vom Fernsehgerät wegtraute.
Die Stuttgarter EnBW Regional AG konnte parallel auch am Stromverbrauch quasi messen, wie häufig und zu welchen (Spiel)-Zeiten genau die Fans zwischen Wohnzimmer, Küche und Toilette pendelten. Die letzten Getränke seien ziemlich genau um 18.00 Uhr mit Spielbeginn aus den Kühlschränken geholt worden. Danach seien außer den Fernsehern nur noch wenige Elektrogeräte in den Haushalten eingeschaltet gewesen, wie es hieß. Die Verbrauchswerte gingen im Vergleich zu fußballfreien Sommerabenden um 90 Prozent zurück. In der Pause aber wurden die Kühlschränke für den Getränkenachschub wieder geöffnet, und schlagartig wurde eine Stromspitze von knapp 100 Prozent des Durchschnittsverbrauchs erreicht.