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WM-Debüt von Messi ungewiss | 2006-06-13


Herzogenaurach - Argentiniens Ausnahmetalent Lionel Messi will endlich sein WM-Debüt feiern, doch Trainer José Pekerman hat mit Blick auf das Seelenwohl des 18-Jährigen Angst vor einem möglichen Scheitern.

Drei Tage vor der zweiten Gruppenpartie gegen Serbien-Montenegro herrschte bei Messi Ungewissheit. Ich weiß nicht, ich weiß nicht, antwortete der 18 Jahre alte Hoffnungsträger dem argentinischen Fachmagazin Olé in einem Interview auf die Frage, die eine ganze Nation bewegt. Womöglich spiele er, womöglich nicht.

Die Sache ist nicht so einfach, wie es von außen aussieht, erklärte Trainer Pekerman in der spanischen Zeitung El País. Man müsse die Dinge wegen Messis Alter - am 24. Juni wird er 19 Jahre alt - gelassen angehen. Wir dürfen nicht so rasant vorgehen, wie die Presse es verlangt, betonte Pekerman, der den bereits als Nachfolger von Diego Armando Maradona auserkorenen Messi bislang auch von allen Medienauftritten fern hielt.

Der Druck auf Messi, der die Situation nach außen mit beeindruckender Gelassenheit meistert, ist riesengroß. Wenn etwas schief geht, ist der Kleine derjenige, der den Schaden davonträgt, begründete Pekerman seine Schutzmaßnahmen. Messi wisse, dass er zu einer Mannschaft gehöre, die ihn mag und akzeptiere, erklärte Pekerman und machte seinem Jungstar, den er auch schon als Juwel und Wunder bezeichnete, Hoffnungen: Er hat noch viele WM-Spiele vor sich, in denen er mitwirken wird.

Und darauf brennt Messi, nachdem sein Stern vor einem Jahr beim Gewinn der U-20-WM aufgegangen war. Man muss gut sein, wenn der Trainer einen ruft, erklärte Messi. Dass er beim 2:1-Auftaktsieg gegen die Elfenbeinküste ebenso wie der drei Mal zum Spieler Südamerikas gekürte Carlos Tevez gar nicht zum Einsatz kam, obwohl er seine Verletzung (Muskelfaserriss) nach eigener Aussage vollständig überstanden hat, sorgte für Verwunderung. Messis Berücksichtigung in der Startelf sei eine Notwendigkeit, meinte ein Reporter der Zeitung Clarin aus Buenos Aires. Ich hatte Lust zu spielen, aber ich durfte nicht, erklärte Messi.

Der Fokus ist immer auf ihn gerichtet. Als jüngst die Journalisten-Schar zur Pressekonferenz auf den Hof des Hotels Herzogspark in Herzogenaurach ging und plötzlich den Profi vom FC Barcelona auf der Terrasse erblickte, ratterten die Kameras der Fotografen salvenartig los. Begehrter Interviewpartner war am Rande des Trainings auch sein Vater Jorge, der mit Lionels Bruder Matias und seinem Onkel Claudio nach Deutschland gekommen ist.

Immer, wenn er spielt, ist Lionel glücklich. Jetzt spielt er nicht, sagte er vieldeutig - unter dem Arm ein Buch über seinen Sohn mit einem Vorwort von Diego Armando Maradona. Von dem hatte sich Messi beim gemeinsamen Mittagessen Tipps geholt. Er ist ein Großer, sagte Messi - in der Hoffnung, ihm vielleicht gegen am Serbien-Montenegro schon nacheifern zu können.


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