Potsdam - Die Verletztenliste ist lang, doch die Aussicht auf das historische Triple setzt beim deutschen Meister und Pokalsieger Turbine Potsdam für das UEFA-Cup-Finale neue Kräfte frei.
Zum vierten Male innerhalb von sechs Wochen ist der 1. FFC Frankfurt Gegner im Prestige-Duell um Europas Fußball-Krone, eine Woche später findet das Rückspiel in der Mainmetropole statt.
Die Cupverteidiger aus Potsdam gehen mit dem Schwung des zweiten Meistertitels in die Partie. Gefeiert wurde nach der siegreichen Partie in Hamburg (3:1) kaum, die Konzentration der Schützlinge von Erfolgstrainer Bernd Schröder gilt nun ganz dem angestrebten ersten Triple der Vereinsgeschichte. Meisterschaft, Pokal und UEFA-Cup - diesen Erfolgsreigen vorgemacht hat bislang einzig der Rivale aus Frankfurt, der 2002 das Kunststück vollbrachte.
Auch von der Verletzungsserie nach anstrengender Saison lassen sich die Potsdamerinnen nicht verrückt machen. Karolin Thomas fällt nach Kreuzbandriss sechs Monate aus, Inken Becher klagt über eine Patellasehnenreizung. Auch Kapitän Ariane Hingst (Schienbeinprellung) und Keeperin Nadine Angerer (leichte Gehirnerschütterung) sind angeschlagen. Wir wollen das Triple. Die beiden Uefa-Cup-Endspiele kriegen wir nun auch noch gebacken, da wird nicht geklagt. Da müssen die anderen eben etwas mehr laufen, meinte Conny Pohlers, mit 35 Treffern in 20 Spielen Torschützenkönigin der Bundesliga. Schröder hofft , bis auf Thomas auf die Verletzten zurückgreifen zu können.
Der Coach sieht den psychologischen Vorteil nach drei Potsdamer Siegen (6:2 und 2:0 in der Bundesliga sowie 2:0 im Pokalfinale) auf Seiten seines Teams. Der Druck liegt bei Frankfurt. Sie müssen gewinnen, um nächstes Jahr international im Geschäft zu sein, meinte er. Aber alles geht von vorn los, es kann ein schmaler Grat sein zwischen Erfolg und Misserfolg, schränkte er zugleich ein. Schröder hofft am Samstag auf eine Rekordkulisse für den Frauen-Fußball in Potsdam. Die bisherige Bestmarke steht aus dem vorjährigen UEFA-Cup-Finale gegen Djurgarden/Alvsjö Stockholm bei 8664 Besuchern.
Für den 1. FFC Frankfurt ist der europäische Pokalwettbewerb die letzte Chance, auf einen versöhnlichen Saisonabschluss. Für uns beginnen die Stunden der Wahrheit. Wir haben das Zeug, Potsdam zu schlagen, wenn nur endlich der Knoten beim Torabschluss platzt, sagte Manager Siegfried Dietrich. Wir geben alles für eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, meinte der FFC-Manager.
Es spricht für die Qualität des deutschen Frauen-Fußballs, dass erstmals beide deutsche Ausnahmeteams das Endspiel erreichten. Das macht die internationale Leistungsstärke unseres Frauen-Fußballs auch auf der vereinsebene deutlich, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die für das Rückspiel in Frankfurt ihr Kommen angesagt hat.
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