Stuttgart - Die ausgelassene WM-Stimmung nach dem 2:0 der deutschen Mannschaft gegen Schweden ist am Wochenende von Krawallen englischer Fußballfans in Stuttgart getrübt worden.
Insgesamt zeigte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mehr als 375 England-Anhängern die Rote Karte und verhängte damit ein Innenstadtverbot bis zum Montagmorgen. 420 Menschen wurden für mehrere Stunden in Gewahrsam genommen. Auch in Mannheim schlugen mehrere Krawallmacher über die Stränge. Dabei wurden 25 Menschen verletzt, einer davon schwer.
Nach dem Abpfiff des dritten Achtelfinalspieles zwischen England und Ecuador (1:0) feierten die englischen Fans zunächst am Stadion und in der Stuttgarter Innenstadt ausgelassen, aber ruhig. Noch ist alles easy, sagte ein Polizist. Auch bei den Fans im englischen Zeltcamp in Achern musste die Polizei bis zum Abend nicht eingreifen. Bei tropischen Temperaturen hatten sich tausende englischer Fans bereits Stunden vor dem Anstoß der Partie mit viel Bier auf das Match eingestimmt.
Anhänger mit Platzverweis für die Innenstadt durften sich das Spiel im Stadion dennoch anschauen, da dieses außerhalb der Bannmeile liegt. Gegen drei Engländer liefen Ermittlungen wegen Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung. An den Auseinandersetzungen waren auch deutsche Fans beteiligt.
Von den 122 randalierenden Engländern, die bereits in der Nacht zum Samstag nach Ausschreitungen in Stuttgart in Gewahrsam genommen worden waren, blieben alle bis auf fünf bis Montag festgesetzt. Sie wurden auf verschiedene Gefängnisse verteilt, sagte ein Polizeisprecher.
Seit Freitagabend meldete die Polizei neun Verletzte. Wir waren darauf vorbereitet, die Polizei hat entschlossen eingegriffen und das richtige Maß getroffen, sagte der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech (CDU). Ein 24 und ein 27 Jahre alter Brite wurden wegen Körperverletzung und Widerstands gegen die Polizei festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft.
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