Cottbus - Der Torschützenkönig ist weg, doch die Torjägerliste der Fußball-Bundesliga führt schon wieder ein Bochumer an: Der Däne Tommy Bechmann tritt beim VfL bisher in die Fußstapfen des nach Leverkusen abgewanderten Theofanis Gekas.
Bechmann sorgte mit drei Toren für vier Punkte und war sogar schon einmal häufiger erfolgreich als Bayerns neuer Millionen-Star Luca Toni. Momentan kann ich mich nicht beklagen, sagte Bechmann nach dem glücklichen 2:1 (2:0)-Sieg bei Energie Cottbus, wehrte Lob jedoch ab: Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft die Punkte macht.
Nach dem 2:2-Ausgleich zum Auftakt gegen Werder Bremen bescherte Bechmanns erster Liga-Doppelpack in der 14. und 42. Minute auch ihm persönlich einen tollen Saisonstart, nachdem er im Vorjahr nach einer Knieoperation kaum in Schwung kam. Ich habe sogar gedacht, ich werde erst einmal auf der Bank sitzen, meinte der 25-Jährige. Mit Tommy hat keiner gerechnet. Das ist ein guter Zocker, urteilte Mannschaftskollege Dennis Grote.
Dass Bechmann anders als vor einem Jahr die Vorbereitung voll mitmachen konnte, ist aus Sicht von Trainer Marcel Koller die Hauptursache für die bisher tolle Treffer-Quote, auch wenn der Schweizer meinte: Er hat noch nicht die Kraft und Ausdauer für 90 Minuten. Dass er Tore schießen kann, hat er auch vorher gezeigt. Doch der Coach gab zu: Nur dank einer gehörigen Portion Glück können die Westfalen mit einem beruhigenden Punktestand in das Heimspiel gegen den Hamburger SV gehen. Denn spielerisch war Koller mit seinen Schützlingen nicht zufrieden.
Wir haben in der Bundesliga gegen keine Mannschaft so dominiert, aber davon redet in zwei, drei Wochen niemand mehr, sagte der frustrierte Energie-Trainer Petrik Sander, dem die 16 000 Zuschauer, darunter die 8000 auf der neuen Nord-Tribüne, leid taten. Mit uns vorgeworfener destruktiver Spielweise haben wir in Leverkusen einen Punkt geholt, jetzt haben wir mit einer ansehnlichen Leistung verloren. Nun gilt es abzuwägen, einen Mix zu finden. Nur Fußballspielen - das ist nicht der Weg für Energie Cottbus, dozierte der Fußball-Lehrer und sinnierte darüber, ob das Glück mit dem 0:0 in Leverkusen bereits aufgebraucht sei.
Tatsache ist: Nach dem Wechsel von Sergiu Radu nach Wolfsburg fehlt dem FC Energie noch ein Torjäger, wie es Bechmann beim VfL momentan ist. Und: Mit nur einem Zähler auf dem Konto hat das Auswärtsspiel bei den bisher punktlosen Dortmunder Borussen am Samstag bereits eine erhebliche Brisanz. Die stehen auch unter Druck, sagte Ervin Skela. Der Schütze des Cottbuser Tores in der 49. Minute beruhigte nach erst zwei Spielen aber auch: Man kann nicht sagen, dass wir in Panik verfallen.
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