Berlin - Rudelbildung sei für Frauen immer interessant, hat der fußballbegeisterte Regisseur Sönke Wortmann gesagt. Er sprach allerdings vom Beisammensein der Männer in der Kabine oder unter der Dusche und meinte nicht wutentbrannte Portugiesen und Niederländer auf dem Rasen.
Portugiesischer Leitwolf war im WM-Achtelfinale ausgerechnet der charmante Luis Figo, dem nach seiner Kopfnuss kräftig der oft gegelte Kopf gewaschen gehört hätte.
Der Deutsche Fußball-Bund fordert in seinen Anweisungen für Schiedsrichter, solche Vergehen innerhalb der rivalisierenden Rudel unnachgiebig zu bestrafen. Das dürfe nicht einfach mit einem Handschlag der Kombattanten beendet sein. Nun ist Luis Figo schon ein ziemlich alter und gerissener Wolf, der hinter dem Rücken des russischen Referees Walentin Iwanow zu kräftig nickte. Hätte Iwanow das gesehen, wäre die nächste Rote Karte die einzig mögliche Strafe gewesen - so gab es nur Gelb auf Verdacht.
Doch die Niederländer müssen deswegen nicht jaulen. Sie brachten ihr Jagdopfer Cristiano Ronaldo früh zur Strecke. Dem charmanten Jungen liefen auf der Auswechselbank vor Enttäuschung die Tränen über die Wangen, und weinende Männer sind für Frauen mindestens so interessant wie Rudel.