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Räumung von fünf WM-Stadien - Zidane ruiniert Tür | 2006-06-26


Berlin - Es ist der Anfang vom Ende der 18. Fußball-WM. Fünf der zwölf Stadien werden ausgemustert. In Leipzig, Nürnberg, Kaiserslautern, Köln und Hannover fällt der Vorhang spätestens nach Abschluss der Achtelfinals.

Während sich alle nach dem Abpfiff der letzten Spiele in den Armen liegen und feiern können, müssen wir noch einmal ran, sagte Stefan Hans, Abteilungsleiter Finanzen und Logistik des WM-Organisationskomitees.

Dabei muss auch repariert werden, was Spieler im Frust demoliert haben. So hat Frankreichs Superstar Zinedine Zidane nach seiner Auswechslung in der letzten Spielminute gegen Südkorea in den Katakomben des Leipziger Stadions tiefe Spuren des Frusts hinterlassen. Die Tür sieht aus, als ob jemand zwei Jahre lang dort seine Fußballschuhe abgetreten hätte, berichtete der Leipziger OK-Geschäftsführer Ulrich Wolter.

Binnen drei Tagen nach der letzten WM-Partie müssen solche Schäden beseitigt, der Rück- und Umbau sowie die Räumung der Arenen erledigt sein. Dies ist noch einmal eine logistische Herausforderung, meinte Hans, der nach der WM wieder auf seine Stelle als Regierungsdirektor im Finanzministerium nach Mainz zurückkehrt. Immerhin sind in den zwölf WM-Spielstätten rund 19 000 Stühle für Journalisten und Fotografen, 7680 TV-Flachbildschirme, 3300 Tischlampen, 1000 Drucker, 500 Laptops, 250 Faxgeräte, 200 Kopierer und vieles mehr entweder an die Leihgeber zurückzugeben, zu verkaufen oder zu entsorgen.

Wir könnten es uns einfach machen und mit der Abrissbirne oder dem Schredder kommen, sagte Hans, doch dafür wäre vieles, was da ist, zu schade. So werden Stadionbetreiber Sachen übernehmen: Zum Beispiel soll in Leipzig ein Kiosk und ein Welcome Desk stehen bleiben. Anfragen gibt es zudem von Ausrichtern von Großereignissen wie der Handball-WM 2007, der EURO 2008, der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin oder dem CHIO in Aachen. Was auf diesem Weg keinen Abnehmer findet, kommt unter den Hammer und wird vom Hamburger Auktionshaus Dechow versteigert. 5200 Positionen werden so angeboten.

Auf Gegenstände mit bleibendem Wert wie Fahnen oder Plakate sind das Haus der Geschichte in Bonn und das Deutsche Olympia- und Sportmuseum in Köln erpicht. Da gibt es bereits Anfragen, sagte Hans. Geplant ist außerdem eine Versteigerung so genannter emotionaler Gegenstände wie Wasserflaschen der Teams, Schweißbänder, T-Shirts oder andere Accessoires von Spielern. Wir überlegen, ob wir dies für einen guten Zweck versteigern, so Hans.

Der von den WM-Organisatoren im Mai verlegte einheitliche Rasen soll in den meisten Stadien für die im August beginnende Bundesliga- Saison genutzt werden. Nur die Berliner Spielfläche muss mit Sicherheit erneuert werden. Denn der Rasen des Olympiastadions wird nach dem Finale am 9. Juli in 20 x 30 Zentimeter großen Stücken für jeweils 75 Euro an die Fans verkauft - in Kunstharz gegossen. Eine Bestell-Liste gibt es bereits.


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