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Torres: Spaniens Antwort auf Beckham | 2006-06-26


Hannover - Mit seinem Sommersprossengesicht sieht Fernando Torres immer noch aus wie der kleine Junge. Aber El Nino, wie er daheim in Spanien genannt wird, ist erwachsen geworden.

Der 22 Jahre alte Madrilene legte bei seiner ersten WM die Reifeprüfung ab und schaffte den internationalen Durchbruch. In drei Vorrundenspielen erzielte er drei Treffer, nur einen weniger als Miroslav Klose. Nun will er dem Stürmer von Werder Bremen die Krone des Torschützenkönigs der WM streitig machen.

Ebenso wie Klose weckte der Profi von Atlético Madrid bei der WM die Begierden der großen Vereine. Der FC Chelsea, Manchester United, AC Mailand und Real Madrid sollen bereits Interesse bekundet haben. Atlético-Präsident Enrique Cerezo fürchtet um den unumstrittenen Superstar des neunmaligen spanischen Meisters. Torres steht nicht zum Verkauf, betonte der Clubchef genervt. Sein Vertrag läuft bis 2008. Wer ihn haben möchte, muss die festgelegte Ablösesumme von 90 Millionen Euro zahlen.

Torres selbst hatte vor kurzem noch rigoros erklärt: Ich würde nie nach Real wechseln. Heute gibt er sich bedeckter: Ich denke jetzt nicht an solche Dinge. Nach der WM sehen wir weiter. Der Stürmer nutzte bei der WM die erste Chance, international auf sich aufmerksam zu machen. Im Verein ist ihm diese Möglichkeit verbaut, weil Atlético sich für keinen europäischen Wettbewerb qualifizierte.

Seit Jahren ist Torres das Juwel des Vereins im ärmeren Süden der spanischen Hauptstadt. Er ist der große Hoffnungsträger der Atlético-Fans. Dabei ist der 1,83 Meter große Stürmer eigentlich kein Torjäger. Er ist wendig und schnell, lässt sich ins Mittelfeld zurückfallen und weicht auf die Flügel aus. Wenn man ständig unterwegs ist, bieten sich nicht so viele Torchancen, sagt er. Wer 50 Meter bis in den Strafraum sprintet, ist nicht mehr frisch.

Torres ist aber nicht nur wegen seines fußballerischen Könnens ein Star, sondern auch wegen seines Aussehens. Mit seinem blonden Haarschopf und seinem Faible für Modisches ist der Mädchenschwarm so etwas wie die Antwort Spaniens auf David Beckham oder Cristiano Ronaldo. Kaum eine anderer Fußballer-Name wird im Internet so oft abgerufen wie der von El Nino. Ich bin zwar kein Brad Pitt, aber mit Mädchen habe ich keine Probleme, sagte Torres, der bis vor kurzem noch bei seinen Eltern lebte. Ein Popstar oder zweiter Beckham will er aber nicht sein. Mein Privatleben ist mir heilig.

Als Schüler war er Atlético beigetreten, wurde mit Spanien U-16- und U-19-Europameister und debütierte mit 17 Jahren als Profi. Trotz seiner Jugend avancierte er sofort zum Führungsspieler, denn Atlético kickte damals in der 2. Liga. Sein Trainer war Luis Aragonés. Torres ist ebenso wie der heutige Nationalcoach abergläubisch. Wenn es mal nicht läuft, gehe ich zum Friseur und lasse mir einen neuen Haarschnitt verpassen, berichtet er.


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