Blatter verärgert über Schiedsrichter Iwanow | 2006-06-26
Berlin - Nach dem Skandalspiel zwischen Portugal und den Niederlanden im WM-Achtelfinale hat FIFA-Boss Joseph Blatter den russischen Schiedsrichter Walentin Iwanow kritisiert. Er war nicht auf dem Niveau der beiden Mannschaften, sagte er dem portugiesischen TV-Sender SIC.
So ein Schiedsrichter verdient selbst die Gelbe Karte. Eigentlich sei es eine große Partie zweier großer Teams gewesen. In Co-Produktion hatten die Fußball-Teams von Portugal und der Niederlande für einen WM-Rekord gesorgt. Vier Platzverweise mit der Gelb-Roten Karte in einem einzigen Spiel setzten eine neue Höchstmarke in der 76-jährigen Geschichte der WM-Endrunden. Dazu kamen noch acht weitere Gelbe Karten - macht zusammen 20 Mal den Griff zum Karton. Auch das gab es in keinem anderen WM-Spiel zuvor.
Nicht erst durch dieses Ereignis wurde deutlich: Beim Titelkampf in Deutschland gehören schlechte Manieren verschiedener Spieler und mit Karten fuchtelnde Schiedsrichter in besonders auffallender Weise zum Bild. Bei den Gruppenspielen Kroatien - Australien (2:2) und Italien - USA (1:1) hatten Graham Poll (England) und Jorge Larrionda (Uruguay) zum vierten und fünften Mal in der WM-Historie drei Spieler vom Platz stellen müssen.
Auch bei früheren Anlässen mit vergleichbarer Hektik verlor ein Unparteiischer schon mal die Souveränität: John Jairo Toro Rendon (Kolumbien) griff 1998 im Gruppenspiel Südafrika - Dänemark (1:1) drei Mal zur Roten und sieben Mal zur Gelben Karte. Bisheriger Kartenrekord-Inhaber war jedoch Schiedsrichter Antonio Jesus Lopez Nieto (Spanien), der 2002 beim Deutschland-Spiel gegen Kamerun (2:0) zwar mit zwei Mal Gelb-Rot auskam, aber dazu zwölf Mal Gelb zückte - in der Summe demnach 18 Karten.