Nürnberg/Den Haag - Torhüter Edwin van der Sar vergoss bittere Tränen, die Teamkollegen sanken frustriert zu Boden, und Bondscoach Marco van Basten schlenderte fassungslos über den Rasen und tröstete seine jungen Spieler so gut es ging.
Nach der unglücklichen 0:1-Niederlage im denkwürdigen WM-Achtelfinale gegen Portugal herrschte im Oranje-Lager große Trauer. Das ist ein unglaubliches Scheiß-Gefühl, entfuhr es dem frustrierten Robin van Persie nach dem Skandalspiel von Nürnberg.
Trotz aller Kritik am russischen Schiedsrichter Walentin Iwanow, nahm Bondcoach Marco van Basten die zweite Niederlage im 25. Spiel seiner zweijährigen Amtszeit am Ende sportlich fair. Wir müssen versuchen, damit umzugehen. Das ist Teil dieses Sports, sagte der 41-Jährige nach dem zerplatzten WM-Traum.
Oranje trägt Schwarz. Auch bei den 20 000 Fans auf der Tribüne sowie in der niederländischen Heimat herrschte Entsetzen. Tränen nach der Feldschlacht, fasste der Telegraaf das Geschehen zusammen, und die Zeitung Trouw bilanzierte: Es mag bitter klingen, aber es muss gesagt werden: Der erste Auftrag van Bastens auf höchster Ebene hat nur ein mageres Ergebnis gebracht. Der Volkskrant sprach sogar von einer Schande für den Sport.
Es ist schade, dass ein Schiedsrichter solch ein wichtiges Spiel auf diese Weise pfeift, meinte van Basten, den Portugiesen warf er Zeitschinderei vor. Ständig lag einer am Boden. Sie sind sehr erfahren mit all ihren Tricks. Doch Fakt ist, dass seine Youngster nicht nur einstecken mussten, sondern auch austeilten. HSV-Profi Khalid Boulahrouz blieb nach seinem eigentlich schon Rot-würdigem Tritt gegen Cristaino Ronaldo (7.) sowie dem Platzverweis nach einem Schlag in Figos Gesicht (63.) uneinsichtig: Figo sei bekannt dafür, der hat sich einfach fallen lassen. Der mache ständig solchen Mist und der Schiedsrichter sei darauf reingefallen.
Letztlich hat sich das mit großen Hoffnungen und von van Basten stark verjüngte Team das bittere Aus aber selbst zuzuschreiben. Auch nach den Platzverweisen für Costinha und Deco konnten sie mit ihrer zwischenzeitlichen Überzahl nichts anfangen und vergaben gute Chancen. So traf Phillip Cocu in seinem letzten Länderspiel freistehend nur die Latte. Da hat uns das Glück gefehlt, sagte Giovanni van Bronckhorst, der in der Nachspielzeit ebenfalls vom Platz musste. Keeper Van der Sar weinte sogar nach seinem 113. Länderspiel, mit dem er Frank de Boer als Rekordhalter ablöste.
Van Basten muss sich fragen lassen, ob er mit der Ausbootung des 90 Minuten auf der Bank schmorenden Stürmerstars Ruud van Nistelrooy und der Aufstellung von Dirk Kuyt richtig gelegen hat. Man habe sich vor der Partie von Mann zu Mann ausgesprochen, sagte van Nistelroy, der zuvor von van Basten wegen seiner bis dato dürftigen Leistungen kritisiert worden war. Es war sehr schmerzhaft für mich, dass ich nicht spielen durfte, sagte van Nistelrooy, der sich eher als Fan fühlte und auch in der Schlussphase nicht mehr helfen durfte.
Stattdessen kam Jan Vennegor of Hesselink noch zu seinem WM-Debüt. Wenn man 3:0 führt, ist es klar, dass man draußen bleibt. Aber wir lagen zurück und er hat andere eingewechselt, kritisierte van Nistelrooy den Coach. Trotz seiner Enttäuschung will er der Elftal treu bleiben. Ich trete nicht zurück, stellte der Torjäger klar.
Beim Königlichen Fußball-Bund gab man sich gefasst. Ich glaube nicht, dass wir durch dieses verlorene Spiel an weltweiter Ausstrahlung verloren haben, meint Abteilungsdirektor Henk Kesler. Der Blick werde weiter nach vorn gerichtet. Auch van Basten muss sich wohl keine Sorgen machen, seine ganz auf die EURO ausgerichtete Aufbauarbeit nicht fortsetzen zu dürfen. Große Kursänderungen sind nicht zu erwarten. Wir gehen mit dem selben Trainer und auf die selbe Weise in die Qualifikation für die Europameisterschaft 2008.
Aufgebot für die Länderspiele gegen die Türkei und ChinaHSV mit Personalsorgen in UI-Cup-RückspielKurzporträt USATottenham verstärkt sich mit NaybetDFB will mit Länderspiel in Rostock Zeichen setzenMondragon und Soto nicht im Aufgebot KolumbiensNationalteams starten WM-VorbereitungUnruhe beim 1. FC KölnHoeneß rechnet mit 45 000 Zuschauern für StadioneröffnungBayer 04 hält an Augenthaler fest1186 |
1384 |
1739 |
1566 |
1622 |
13044 |
13966 |
13953 |
13009 |
13269 |